Flüchtlinge: Dänische Fähr-Gesellschaft legt bei EU Beschwerde gegen Schweden ein

Wegen der Kosten durch Personenkontrollen in der Flüchtlingskrise hat eine dänische Fährgesellschaft bei der EU-Kommission gegen Schweden Beschwerde eingelegt.

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Das Unternehmen HH Ferries Group, das die Fährlinie zwischen Helsingör in Dänemark und Helsingborg in Schweden bedient, gab am Dienstag die Beschwerde wegen Verstoßes gegen den Wettbewerb bekannt. Die Personenkontrollen, die am 4. Januar starten sollen, werden von der schwedischen Regierung wegen des großen Flüchtlingsandrangs verlangt.

Der Chef der Fährgesellschaft, Henrik Rörbaek, ging von Kosten in Höhe von umgerechnet 13.400 Euro täglich für sein Unternehmen aus. Dagegen habe der Konkurrent, der Betreiber der Öresund-Brücke zwischen Kopenhagen und Malmö in Schweden, keine Kosten zu tragen. Das Konsortium, das die Brücke betreibt, ist ein Joint-Venture mit Beteiligung des schwedischen Staates.

Rörbaek sagte der Nachrichtenagentur AFP, er wolle klarstellen, dass er nicht gegen die Personenkontrollen sei. Die vorgesehenen Kontrollen würden aber „die Wettbewerbsregeln verletzen“. Die dänische Bahngesellschaft hatte am Montag damit gedroht, einen Zusatzbeitrag von den Passagieren wegen der Kosten für die Personenkontrollen zu erheben.

Der Flüchtlingsandrang ist schon länger ein Streitpunkt zwischen Dänemark und Schweden. Dänemark hat nur wenige Flüchtlinge aufgenommen und versucht etwa durch die Androhung der Beschlagnahmung von Wertgegenständen und Schmuck die Menschen aus dem Land fernzuhalten. Schweden hingegen ist das Land, das in der EU gemessen an der Einwohnerzahl die meisten Flüchtlinge aufgenommen hat. Allein in diesem Jahr kamen mehr als 160.000 Flüchtlinge nach Schweden.

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