Russland: Öl-Förderung steigt auf höchsten Stand seit Sowjet-Ende

Russland ist nicht bereit, dem Druck der Opec nachzugeben. Trotz des niedrigen Öl-Preises fördert das Land auf Rekord-Niveau. Die Russen gehen offenbar davon aus, dass sie einen langen Atem haben.

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Russland hat 2015 so viel Öl gefördert wie noch nie seit dem Ende der Sowjetunion. Trotz des Ölpreisverfalls sei die Produktion auf mehr als 534 Millionen Tonnen oder im Schnitt 10,73 Millionen Barrel am Tag gestiegen von 10,58 Millionen Fass im Jahr zuvor, teilte das Energieministerium am Samstag mit. Und der Aufwärtstrend hält an: Im Dezember gab es sogar einen Höchstwert von 10,83 Millionen Barrel am Tag nach 10,78 Millionen im November. Experten rechnen für dieses Jahr mit einem weiteren Anstieg. Dies dürfte den Druck auf den Ölpreis erhöhen. Dieser ist wegen eines Überangebots und mauer Aussichten für die Weltwirtschaft kürzlich auf den tiefsten Stand seit elf Jahren gefallen und in den vergangenen anderthalb Jahren um 70 Prozent eingebrochen.

Die Daten signalisieren, dass Russland offenbar nicht gewillt ist, wie von Opec-Ländern gefordert die Produktion zu drosseln, um den Preis zu stützen. Sie fiel sogar größer aus als von der Regierung erwartet. Vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen der Branche hätten mehr Öl gefördert, erklärte das Energieministerium. Sie hätten gesunkene Kosten im Zuge des schwachen Rubels dazu genutzt. Bei den Branchengiganten Rosneft und Lukoil sei die Produktion dagegen leicht gefallen.

Die kriselnde russische Wirtschaft ist stark vom Öl abhängig, das gemeinsam mit Erdgas das wichtigste Exportgut des Landes ist. Daher setzt der Preisverfall auch den Staatsfinanzen erheblich zu. Seit 1998 ist Russlands Ölproduktion bis auf einen kleinen Rückgang im Jahr 2008 ständig gestiegen.

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