Frankreichs Telekomfirmen planen Milliardenfusion

Der französische Telekom-Marktführer Orange will sich mit dem Konkurrenten Bouygues Telecom zusammenschließen. Eine Fusion wäre rund zehn Milliarden Euro wert. Der dabei entstehende Konzern würde mehr als die Hälfte des Festnetz- und Handygeschäfts in Frankreich kontrollieren.

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In Frankreich gibt es den nächsten Anlauf zur Bildung eines neuen Telekomriesen. Marktführer Orange und sein Rivale Bouygues Telecom haben ihre Fusionsgespräche wiederbelebt, wie beide Unternehmen am Dienstag mitteilten. Einem Bericht zufolge könnte es um ein Volumen von zehn Milliarden Euro gehen. Es gebe weder einen Zeitrahmen noch die Verpflichtung, die Verhandlungen zu einem bestimmten Ergebnis zu führen, erklärten die Firmen weiter. Sollten sich beide Unternehmen zusammentun, entstünde ein Konzern, der mehr als die Hälfte des Festnetz- und Handygeschäfts in Frankreich betreibt.

Zugleich würde sich die Zahl der französischen Telekomfirmen auf drei reduzieren. Beide Unternehmen machten zunächst keine Angaben zum möglichen Kaufpreis. Der Wochenzeitung Le Journal du Dimanche zufolge könnte Orange zehn Milliarden Euro in bar und Aktien für Bouygues auf den Tisch legen.

Nach Einschätzung von Insidern dürfte es in den Gesprächen vor allem um Arbeitsplätze, Investitionen in die Infrastruktur und insbesondere das Glasfasernetz sowie den möglicherweise aus kartellrechtlichen Gründen nötigen Verkauf von Firmenteilen gehen. „Die Idee ist, dass Bouygues ein Anteilseigner bei Orange wird und in etwa das gleiche Gewicht erhält wie der Staat. Der Großteil der Transaktion wird in Aktien abgewickelt“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Die Regierung in Paris hatte zuletzt Offenheit für eine Konsolidierung signalisiert. Der französische Staat hält 25 Prozent der Aktien am ehemaligen Monopolisten Orange.

An der Börse sorgte die Nachricht für gute Stimmung. Das Orange-Papier legte 0,7 Prozent zu, der Bouygues-Anteilsschein gewann mehr als ein Prozent. Die Titel des Konkurrenten Iliad gewannen fast drei, Numericable-Papiere legten fast zehn Prozent zu. In Amsterdam gewannen die Papiere des Numericable-Großaktionärs Altice mehr als sechs Prozent. Die Wettbewerber von Orange und Bouygues könnten bei einer Fusion vom Verkauf von Geschäftsanteilen profitieren.

In Frankreich herrscht seit dem Markteintritt des Billiganbieters Iliad 2012 ein Preiskampf, der den Firmen zusetzt und Partnerschaften interessant macht. So gab es im Sommer Verhandlungen zwischen Altice und Bouygues. Damals hatte jedoch die französische Regierung Bedenken wegen eines möglichen Stellenabbaus und der Größe des entstehenden Konzerns angemeldet. Im Dezember erklärte Wirtschaftsminister Emmanuel Macron allerdings, dass er im Prinzip kein Gegner weiterer Zusammenschlüsse in der Branche sei.

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