Spitzentechnologie aus Berlin gewinnt Umweltpreis

Ein Berliner Greentech-Unternehmen hat gemeinsam mit der Stadt Coburg den Bayerischen Umweltpreis 2015 gewonnen. Coburg stattete eine Grundschule mit einer intelligenten Gebäude-Technologie aus und konnte damit den Energieverbrauch drastisch reduzieren. Diese technische Neuerung könnte eine erhebliche Energieersparnis für gewerblich genutzte Immobilien sein.

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Die Innovation gewann den Umweltpreis: Der solarbetriebene Raumsensor erkennt, wenn sich kein Schüler mehr im Klassenzimmer aufhält und gibt per Funk ein Signal an die Ventilregler, um die Heizungstemperatur abzusenken. (Quelle: Kieback&Peter)

Der solarbetriebene Raumsensor erkennt, wenn sich kein Schüler mehr im Klassenzimmer aufhält und gibt per Funk ein Signal an die Ventilregler, um die Heizungstemperatur abzusenken. (Quelle: Kieback&Peter)

Die smarte Technologie eines Berliner Unternehmens spart Energie und Kosten. So zeigt das Coburger Projekt, dass sich auch mit kleinem Einsatz große Wirkung erzielen lässt: Die Stadt hat rund 13.500 Euro im Jahr 2012 investiert, um 27 Klassenzimmer mit der selbstlernenden, energieautarken Heizungssteuerung en:key auszustatten. Bereits Ende 2014 hatte sich die Investition ausgezahlt In jedem Klassenzimmer der Coburger Heimatring-Grundschule wurde das Produkt installiert. Das Set besteht aus einem intelligenten Raumsensor und funkgesteuerten Ventilreglern. Der Raumsensor erkennt, wenn sich keine Person mehr im Raum aufhält und gibt per Funk ein Signal an die Regler. Diese senken dann die Temperatur ab. So reduziert die Technologie des Berliner Familienunternehmens Kieback&Peter den Energieverbrauch und die Heizkosten.

Harald Reißenweber – im Hochbauamt Coburg für den Gebäudeunterhalt zuständig – erkannte das Einsparpotenzial schon vor Jahren: Die Klassenräume werden oft nur wenige Stunden am Tag genutzt. Früher wurde die Heizung meist erst am Abend oder gar nicht abgedreht. Solche Nachlässigkeiten kosteten viel Energie und Geld. Dank dieser innovativen Neuerung gehören sie nun der Vergangenheit an. Reißenweber würde die 10.000 Euro, mit denen der Bayerische Umweltpreis dotiert ist, am liebsten direkt in weitere Energiespar-Sets investieren. „Das System hat sich sehr bewährt. Die Heimatring-Schule wird sicher nicht das einzige Projekt bleiben“, sagte er am Rande der Preisverleihung in Augsburg.

Die Umweltinnovation steuert die Heizung nicht nur über den Sensor. Das System lernt auch kontinuierlich dazu und erstellt ein individuelles Nutzungsprofil des Raumes. So sind die Klassenräume pünktlich zu den Benutzungszeiten angenehm temperiert. Durch die automatische Temperaturabsenkung spart das System in der Regel etwa 20 Prozent Heizenergie. Bei der Heimatring-Grundschule ist die Einsparung noch größer, weil die Räume nur stundenweise genutzt werden.

Neben den Investitionskosten hält sich auch der Aufwand für Installation und Betrieb in Grenzen. Da Raumsensor und Ventilregler per Funk miteinander kommunizieren, mussten keine Kabel verlegt werden. Außerdem versorgt sich das System selbst mit kostenloser Energie: Der Raumsensor nutzt eine besonders ergiebige Solarzelle und die Ventilregler einen Thermogenerator. Es besteht also kein Ausfallrisiko durch leeren Batterien und es müssen auch keine ausgetauscht werden.

Der Bayerische Umweltpreis wird seit 1985 für praktische oder wissenschaftliche Leistungen vergeben, die in besonderem Maße zur Erhaltung und Verbesserung der Umwelt beitragen. „16,2 Tonnen CO2-Emissionen werden jährlich vermieden“, zeigte sich Finanzminister Söder von dem „einzigartigen und innovativen Projekt“ in Coburg beeindruckt.

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