Börsen-Crash in China reißt Wall Street ins Minus

Der Absturz der chinesischen Börsen hat am Donnerstag auch die Wall Street deutlich ins Minus gedrückt. Die Anleger sind auch wegen der Abwertung des Yuan besorgt, weil dies den Druck auf US-Exporteure erhöht.

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Der zweite Handelsabbruch in Shanghai in dieser Woche und die erneute Abwertung der chinesischen Währung Yuan schürten Sorgen vor einer weiteren Konjunkturabkühlung der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft. Die Furcht vor einer schwächeren Nachfrage aus China ließ zudem die Ölpreise auf den niedrigsten Stand seit fast zwölf Jahren fallen, was wiederum US-Börsenschwergewichten wie Chevron zusetzte. Die Papiere des Energiekonzerns brachen 3,5 Prozent ein.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,3 Prozent tiefer auf 16.514 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 2,4 Prozent auf 1943 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um drei Prozent auf 4689 Punkte. Bereits am Mittwoch hatte die Wall Street auf dem niedrigsten Stand seit Anfang Oktober geschlossen.

Abermals auf dem Verkaufszettel stand die Apple -Aktie angesichts anhaltender Spekulationen über eine geringere iPhone-Nachfrage. Sie ließ 4,2 Prozent Federn.

Abgestraft wurden auch die Aktien von Yahoo mit einem Abschlag von 6,2 Prozent. Der kriselnde Internet-Pionier bereitet einem Medienbericht zufolge den Abbau von mehr als 1000 Arbeitsplätzen vor. Das Wirtschafts- und Nachrichtenportal Business Insider berichtete, das Management arbeite an einem Plan, der eine Reduzierung der Belegschaft um mindestens zehn Prozent vorsehe. Abwärts ging es auch für die Anteilsscheine des chinesischen Online-Händlers Alibaba mit einem Kursverlust von sechs Prozent. Yahoo ist an Alibaba beteiligt.

Der Absturz der chinesischen Aktienbörsen und die Abwertung des Yuan schockten die internationalen Finanzmärkte am Donnerstag erneut. Die automatische Unterbrechung des Handels in Shanghai und Shenzhen brockte den Börsen dort nach einem Kursrutsch von sieben Prozent mit 30 Minuten den kürzesten Handelstag in ihrer Geschichte ein. Die Entscheidung der Börsen, ab Freitag vorerst auf solche Notbremsen zu verzichten, beruhigte die Anleger weltweit etwas.

In Frankfurt ließ der Dax die psychologisch wichtige 10.000-Punkte-Marke dennoch hinter sich und schloss mit 9979,85 Punkten 2,3 Prozent schwächer. Das war der niedrigste Stand seit Oktober. Den größten Teil seines Vorjahresgewinns von rund zehn Prozent hat der Leitindex damit eingebüßt. Zeitweise war er sogar um vier Prozent bis auf 9810 Zähler eingebrochen. Der EuroStoxx50 verlor 1,7 Prozent auf 3084,68 Punkte.

Die China-Sorgen schlugen auch an den Rohstoffmärkten durch : Der Preis für Brent rutschte um bis zu sechs Prozent ab. Mit 32,16 Dollar kostete ein Fass (159 Liter) der richtungweisenden Rohöl-Sorte aus der Nordsee zeitweise so wenig wie zuletzt im April 2004. Der Rohstoff leidet neben den Konjunktursorgen unter einer weltweiten Überproduktion.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,17 Milliarden Aktien den Besitzer. 415 Werte legten zu, 2704 gaben nach und 80 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,53 Milliarden Aktien 390 im Plus, 2492 im Minus und 103 unverändert.

Die US-Kreditmärkte waren als sicherer Hafen gefragt und legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 7/32 auf 100-28/32. Die Rendite sank auf 2,153 Prozent. Der 30-jährige Bond rückte um 6/32 auf 101-12/32 vor und rentierte mit 2,931 Prozent.

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