Dax verliert in der ersten Woche des neuen Jahres 8,3 Prozent

Der Dax hat den schlimmsten Start seiner Geschichte hinter sich. Eine alte Börsen-Regel sagt, dass der Verlauf des Jahres dem der ersten fünf Handelstage entspricht. Die Anleger hoffen auf eine Ausnahme von dieser Regel.

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Einen schlimmeren Fehlstart als in das Börsenjahr 2016 hat es für Anleger am deutschen Aktienmarkt noch nie gegeben. Die Börsenturbulenzen in China brockten dem Dax mit einem Wochenminus von 8,3 Prozent seinen bislang schlechtesten Auftakt ein. Der Leitindex riss am Freitag erneut die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten und schloss nach einer Berg- und Talfahrt Prozent 1,3 schwächer bei 9849 Punkten.

Auch an den übrigen Börsen Europas war es insgesamt die schlechteste Wochenbilanz seit April vergangenen Jahres. Der EuroStoxx50 schloss am Freitag 1,7 Prozent schwächer bei 3033 Punkten.

Angesicht der unverändert durchwachsenen konjunkturellen Aussichten für China sei die Gefahr weiterer Kursstürze an den Börsen weltweit nicht gebannt, warnte Anlagestratege Richard McGuire von der Rabobank. Nach Einschätzung von Jochen Stanzl, einem Analysten des Online-Brokers CMC Markets, ist die Luft aus der chinesischen Spekulationsblase noch nicht entwichen. „Die Märkte gelangen mehr und mehr zu dem Schluss, dass die Frage nicht mehr ist, ob der chinesische Aktienmarkt weiter fallen wird, sondern nur wie schnell.“

Glaubt man laut Reuters einer alten Börsenregel, sind die Aussichten für das Jahr 2016 trübe: Demnach gibt die Kursentwicklung in den ersten fünf Handelstagen die Richtung des Index für das gesamte Börsenjahr vor. In der knapp 30-jährigen Geschichte des Dax traf diese Regel in fast drei Viertel der Fälle zu.

Am Freitag schloss die Börse Shanghai zwar zwei Prozent höher, sie lag damit aber immer noch zehn Prozent unter dem Niveau vom Wochenbeginn. Auslöser für die weltweite Verkaufswelle der vergangenen Tage war die Abwertung des chinesischen Yuan. Sie schürte die Furcht vor einer weiteren Abkühlung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft. Am Freitag setzte die chinesische Notenbank den Referenzkurs des Dollar zum ersten Mal seit neun Tagen herunter, allerdings sorgte sie damit nur kurzzeitig für Entspannung. Der Yuan ist nicht frei handelbar, sondern darf einen von der People’s Bank of China (PBoC) täglich festgesetzten Wert nur um zwei Prozent über- oder unterschreiten.

Auch der Dollar fiel im Handelsverlauf wieder zurück: Der Euro machte seinen Verlust nach den Daten wieder wett und notierte bei 1,0894 Dollar. Die US-Börsen konnten anfängliche Gewinne ebenfalls nicht halten und lagen bei Handelsende in Europa leicht im Minus. Besonder ölabhängige Werte wie Chevron haten Verluste zu melden, nachdem der Ölpreis seine Talfahrt wieder aufnahm. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um bis zu 2,9 Prozent auf 32,78 Dollar je Barrel (159 Liter) und notierte nahe seines am Vortag erreichten Zwölf-Jahres-Tiefs. Der Preis für das US-Öl WTI rutschte in der Spitze um 1,9 Prozent ab.

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