Heta: Käufer von Balkan-Töchtern macht Ansprüche geltend

Dem österreichischen Steuerzahler droht weiteres Ungemach wegen der Skandal-Bank HGAA: Der Käufer der Balkan-Töchter verlangt wegen der Franken-Kredite Entschädigungen von der Heta.

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Der US-Finanzinvestor Advent macht nach der Übernahme der Heta-Balkan-Töchter Ansprüche gegen die österreichische Krisenbank geltend. Advent begründet dies mit Schweizer-Franken-Krediten, die die Heta in Südosteuropa vergeben hat, und denen der Zwangsumtausch droht. Advent habe Heta darüber informiert und im Zusammenhang mit drohenden Verlusten in Montenegro und Kroatien Forderungen geltend gemacht, sagte ein Heta-Sprecher am Donnerstag. Heta prüfe die von Advent geltend gemachten Ansprüche mit seinen Beratern. Über das Volumen der betroffenen Kredite wollte der Sprecher nichts sagen. Der vereinbarte Kaufpreis für die Osteuropabanken sei davon jedoch nicht betroffen. Advent wollte sich nicht äußern.

Im Juli war der Verkauf der Südosteuropa-Töchter der ehemaligen Hypo Alpe Adria, jetzt Heta, an Advent und die Entwicklungsbank EBRD abgeschlossen worden. Vereinbart war ein Kaufpreis von bis zu 200 Millionen Euro – abhängig von der Ergebnissen der unter dem Namen Hypo Group Alpe Adria firmenden Banken in den Jahren 2014 und 2015. 50 Millionen Euro sind bislang geflossen.

In Kroatien beschloss das Parlament im September ein Gesetz, dass Banken zwingt, Franken-Kredite in Euro umzuwandeln, was erhebliche Kosten für die Institute mit sich bringt. Montenegro hat ähnliche Schritte unternommen.

Die ehemalige BayernLB-Tochter Hypo Alpe Adria hatte sich mit einer rasanten Expansion auf dem Balkan verspekuliert und musste mit Staatshilfen von bislang rund 5,5 Milliarden Euro vor dem Kollaps bewahrt werden. Im Gegenzug für diese Subventionen verlangten die EU-Wettbewerbshüter den Verkauf der ehemaligen Hypo-Töchter in Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro bis Ende 2015.

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