Linker Politiker soll rechtsextreme Messer-Attacke erfunden haben

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den Nachwuchspolitiker Julian Kinzel eingeleitet. Er soll einen Angriff von Rechtsextremen erfunden haben und sich 17 Schnitt- und Stichwunden selbst beigebracht haben.

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Wegen des Verdachts, eine Straftat vorgetäuscht zu haben, hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Nachwuchspolitiker Julian Kinzel (Die Linke) aus Schwerin eingeleitet. Der 18-Jährige hatte vergangenen Dienstag eine Messerattacke durch drei mutmaßlich rechtsextreme Angreifer bei der Polizei angezeigt.

Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass Kinzel die Tat erfunden und sich die 17 Schnitt- und Stichwunden selbst beigebracht hat, teilte die Schweriner Staatsanwaltschaft am Montag mit. Kinzel ist Mitglied im Kreisvorstand der Schweriner Linkspartei und regionaler Sprecher der parteieigenen Nachwuchsorganisation Solid.

Ein Rechtsgutachter sei zu dem Schluss gekommen, dass die Art der Verletzungen nicht mit dem behaupteten Verlauf des Überfalles am vergangenen Montag in der Nähe des Hauptbahnhofs in Wismar in Übereinstimmung zu bringen sei, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Außerdem habe Kinzel bislang nicht den Mantel vorzeigen können, der ihn nach eigenen Angaben vor schwereren Verletzungen bewahrt habe. Er habe angegeben, der Mantel sei ihm inzwischen entwendet worden. Kinzel hatte den Vorfall erst einen Tag später der Polizei per Anzeige im Internet angezeigt.
Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch reagierte zurückhaltend auf die Erklärung der Staatsanwaltschaft. „Ich will die Ermittlungen abwarten“, sagte er der Internetausgabe der „Berliner Zeitung“.

Seine ursprünglichen Äußerungen zu dem Fall verteidigte Bartsch: „Ich habe mich am Anfang dazu geäußert. Und zu den Äußerungen stehe ich auch.“ Bartsch hatte am 6. Januar über den Kurznachrichtendienst Twitter erklärt: „Viele Umstände dieses feigen Anschlags weisen auf einen rechtsextremen Hintergrund der Täter hin.“

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