Berlin überträgt McKinsey-Mann Leitung der Flüchtlings-Behörde

Der Berliner Senat holt einen McKinsey-Mann, weil die Flüchtlings-Behörde ihre Probleme nicht in den Griff bekommt. McKinsey hat die Lageso bereits in den vergangenen Monaten beraten - wofür der neue Mann nun gelobt wird.

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Das wegen umfangreicher Probleme bei der Versorgung von Flüchtlingen in die Schlagzeilen geratene Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) hat einen neuen Chef. Sozialsenator Mario Czaja (CDU) ernannte am Donnerstag den bisher als Berater tätigen Sebastian Muschter von der Unternehmensberatung McKinsey zum kommissarischen Präsidenten. Der vorherige Lageso-Präsident Franz Allert war nach harscher Kritik des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) zurückgetreten.

Der Berliner Senat habe sich mit Muschter für einen Mann entschieden, „der durch seine Beratungstätigkeit im Lageso und bei der Fachaufsicht in meiner Verwaltung in den vergangenen Monaten bereits umfassende Kenntnisse im Flüchtlingsmanagement erworben hat“, erklärte Czaja.

Der Wirtschaftsinformatiker Muschter sei mit den Strukturen des Lageso vertraut und benötige daher keine Einarbeitungszeit. Zudem werde dem neuen Behördenchef ein „Kriseninterventionsteam“ zur Seite gestellt, das aus vier Führungskräften bestehe.

Das Lageso ist seit Monaten Symbol für Berlins Problemen bei der Registrierung und Versorgung von Flüchtlingen. Vor der Behörde warteten Tag und Nacht teils Hunderte Neuankömmlinge vergeblich auf die Bearbeitung ihrer Anträge. Wiederholt waren Flüchtlinge ohne jede Unterkunft geblieben, Unterbringungsbetreiber wurden zum Teil nicht bezahlt. Auch stand die Vergabepraxis von Aufträgen für Flüchtlingsunterkünfte mehrfach im Konflikt mit gesetzlichen Vorschriften.

Der Berliner Senat plant zum Frühjahr eine Auslagerung des Flüchtlingsmanagements in eine eigene, neu zu schaffende Behörde.

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