Banken-Krise in Italien: EZB in Sorge wegen fauler Kredite

Die EZB ist in Sorge um die italienischen Banken. Sie forderte einige Institute auf, Auskunft über die faulen Kredite zu geben. Die Anleger warfen am Montag italienische Bank-Aktien aus ihren Depots. Denn bei einer Krise sind nach den neuen EU-Regeln auch die Gläubiger an der Rettung zu beteiligen.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) nimmt die faulen Kredite einiger italienischer Banken unter die Lupe. Zu den Geldhäusern, die durchleuchtet werden sollten, gehört unter anderen die HVB-Mutter UniCredit. Auch die Banca Carige, die 2014 durch den EZB-Stresstest gefallen war, erhielt nach eigenen Angaben vom Montag Post von den Währungshütern. Die EZB hatte vor kurzem mitgeteilt, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die Banken mit einem hohen Anteil an notleidenden Krediten checkt und weitergehende Aktionen plant.

Von den Überprüfungen betroffen sind auch Banca Popolare dell’Emilia Romagna, Banco Popolare und Popolare Milano. Hingegen erklärten Intesa Sanpaolo, Popolare Sondrio und Mediobanca, keine Mitteilung von der EZB bekommen zu haben.

Aus Furcht vor einem enttäuschenden Geschäftsjahr 2016 hatten Anleger am Montag italienische Finanzwerte aus ihren Depots geworfen. Der Mailänder Branchenindex fiel 5,7 Prozent. Als Auslöser der aktuellen Verluste nannten Börsianer einen negativen Kommentar von JPMorgan. Die Experten der US-Großbank rieten dazu, die Finger von italienischen Finanzwerten zu lassen. Diese litten besonders stark unter der aktuellen Niedrigzinspolitik der EZB, die die Einnahmen aus dem Kreditgeschäft beeinträchtigt. Außerdem seien die faulen Kredite weiterhin ein Problem. Die italienischen Geldhäuser sitzen auf einem 200 Milliarden Euro hohen Berg von Krediten, deren Rückzahlung unwahrscheinlich ist. Diese sollen in eine sogenannte Bad Bank ausgelagert werden.

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