Schweiz: Dorf warnt Kinder vor Promis, die bei Rot über Kreuzung rasen

Die Schulgemeinde Küblis im Schweizerischen Prättigau mahnt in einem Brief zur Vorsicht wegen der Konvois des Weltwirtschaftsforums in Davos. Diese müssten aus Sicherheitsgründen nicht an Ampeln anhalten.

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«Es muss mit größerem Verkehrsaufkommen und Diplomatenfahrzeugen gerechnet werden, welche die Verkehrsregeln nicht zwingend befolgen müssen», schreibt die Schulgemeinde Küblis in einem Brief an die Eltern der Kindergärtner.

Laut Ivo Zweifel, Schulleiter der Schulgemeinde Küblis, wird den Eltern deshalb empfohlen, ihre Kinder in dieser Zeit zur Schule und vor allem über die Hauptstraßen zu begleiten. Die älteren Schüler seien mündlich erinnert worden, dass sie besonders vorsichtig sein sollten. Dass diese Warnung durchaus berechtigt ist, zeigen Beobachtungen von Anwohnern. „Am Mittwoch fuhr eine schwarze Limousine mit geschätzten 80 Stundenkilometern über die rote Ampel und beachtete den Fußgängerstreifen überhaupt nicht“, sagte eine dreifache Mutter aus Küblis. „Wenn einer mit 50 durchs Dorf fährt, wird er von den Limousinen überholt“, sagte sie.

Bei der WEF-Pressestelle hieß es, die Konvois seien Sache der Kantonspolizei. Laut der Kantonspolizei Graubünden müssen sich die WEF-Limousinen an die Verkehrsregeln halten. „Sollte ein WEF-Chauffeur gegen die Verkehrsregeln verstoßen, wird er wie jeder andere Verkehrsteilnehmer gebüßt“, sagt Polizeisprecherin Anita Senti. Allerdings dürfe ein Konvoi aus Sicherheitsgründen nicht auseinandergerissen werden. „Zur Kennzeichnung hat das erste Fahrzeug im Konvoi stets ein oranges Blicklicht“, so Senti. Normalerweise halte dieses Fahrzeug, wenn Ampeln Rot anzeigen. Es könne aber vorkommen, dass die Ampel bis zum letzten Fahrzeug schon wieder die Farbe gewechselt habe. In diesem Fall müssten die Autos durchfahren.

Schulleiter Zweifel betont, der Brief sei eine reine Vorsichtsmaßnahme. Für Polizeisprecherin Senti geschieht das Versenden des Briefes vorsorglich. „Wenn es das Wetter wieder erlaubt, fliegen die meisten Gäste mit dem Helikopter nach Davos“, sagt Senti.

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