Spekulanten attackieren saudischen Rial

Der Rial steht unter starkem Abwertungsdruck. Wegen der fallenden Ölpreise wetten Spekulanten zunehmend gegen die Währung. Die saudische Zentralbank bedrängt die Banken, den Derivate-Handel gegen den Rial auszusetzen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Die Zentralbank von Saudi-Arabien warnt Banken vor Spekulationen auf eine Abwertung der Landeswährung Rial. Sie habe Verantwortliche von Kreditinstituten privat kontaktiert, sagten mehrere Banker am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Sie seien gedrängt worden, keinen Derivate-Handel zu betreiben, der den Rial unter Druck setzen würde.

Der Rial steht unter starkem Abwertungsdruck. Wegen des fallenden Preises für das wichtige Exportgut Rohöl wetten zuletzt immer mehr Anleger gegen die saudi-arabische Währung. Der sogenannte Rial-Forward, ein Terminkontrakt, mit dem sich Investoren einen bestimmten Wechselkurs in einem Jahr sichern, stieg um knapp 30 Prozent auf ein Rekordhoch von 1020 Punkten. Mit Termingeschäften können sich Investoren gegen eine Abwertung absichern. Der Rial ist seit 1986 mit einem Kurs von 3,75 an den US-Dollar gekoppelt.

Hintergrund der Wetten ist der rapide Preisverfall von Erdöl. Dieser wirkt sich negativ auf den Staatshaushalt der Monarchie aus. „Die Forwards ziehen an, weil Anleger darauf spekulieren, dass Saudi-Arabien bald die Koppelung des Rial an den Dollar aufgeben oder zumindest lockern muss“, sagte ein Devisenhändler einer großen Bank aus der Golf-Region. Volkswirt Jean-Michel Saliba von der Bank of America Merrill Lynch zufolge sei dies aber unwahrscheinlich, wenn sich der Ölpreis auf dem aktuellen Niveau stabilisiere. Die Sicherheitspuffer der Notenbanken Saudi-Arabiens und anderer Golf-Staaten, die ihre Währungen ebenfalls an den Dollar gekoppelt haben, seien ausreichend groß. Sein Kollege Jason Tuvey vom Research-Haus Capital Economics betonte, die Staaten würden voraussichtlich eher ihre Ausgaben kürzen als die Währungen abzuwerten. Der Etat Saudi-Arabiens für das laufende Jahr sieht bereits ein Minus von 87 Milliarden Dollar vor.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick