Ende des Hypes: Apple verkauft deutlich weniger iPhones

Apple muss das erste Mal seit 13 Jahren einen Umsatz-Rückgang melden. Die Zahl der iPhone-Verkäufe sinkt deutlich. Ein neuer Verkaufs-Schlager ist beim IT-Konzern nicht in Sicht.

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Die Apple-Aktie verlor nach der Ankündigung im nachbörslichen Handel 2,6 Prozent. (Grafik: <a href="http://www.ariva.de/apple-aktie/chart?antiAlias=1&amp;boerse_id=131&amp;clean_payout=0&amp;size=900x420&amp;t=week&amp;go=1&amp;go=1&amp;quoteType=last" target="_blank">ariva.de</a>)

Die Apple-Aktie verlor nach der Ankündigung im nachbörslichen Handel 2,6 Prozent. (Grafik: ariva.de)

Im laufenden Quartal muss Apple erstmals seit 13 Jahren einen Umsatzrückgang hinnehmen, wie das Management am Dienstagabend ankündigte. Vor allem die Konjunkturabkühlung in China drückt auf die Geschäfte mit dem Kassenschlager iPhone. Dessen Absatz dürfte gleichfalls deutlich zurückgehen. Bislang nicht in Sicht ist ein neuer Verkaufshit, der dem erfolgsverwöhnten Konzern aus Kalifornien zu alter Wachstumsstärke verhelfen könnte. Die Apple-Aktie lag im nachbörslichen Handel 2,6 Prozent tiefer.

Wir erleben jetzt langsam etwas, das wir noch nicht erlebt haben“, sagte Finanzvorstand Luca Maestri im Reuters-Interview. Apple bekomme im aktuellen Vierteljahr die Konjunkturschwäche in China zu spüren. Das dortige Geschäft trägt knapp ein Viertel zum Konzernumsatz bei und zeigt bereits massive Bremsspuren. Im vergangenen Geschäftsquartal (per 26. Dezember) stiegen die Erlöse in der Volksrepublik nur noch um 14 Prozent, nachdem sie sich im Vorquartal noch fast verdoppelt hatten.

Für die laufenden drei Monate erwartet Apple einen Konzernumsatz von 50 bis 53 Milliarden Dollar. Das wäre weniger als von Analysten geschätzt und läge merklich unter den 58 Milliarden vor Jahresfrist. Die Zahl der iPhone-Verkäufe wird nach Prognose der Konzernführung auf 50 bis 52 Millionen sinken von gut 61 Millionen. Das wäre der erste Rückgang seit der Markteinführung des Gerätes im Jahr 2007, sagte Analyst Daniel Ives von der Investmentfirma FBR Capital Markets.

Kollege Joe Kinahan vom Broker TD Ameritrade nannte die Umsatzprognose enttäuschend. Weil das Wachstum beim iPhone nachlasse, brauche das Unternehmen einen neuen Knüller. „Es gab einfach kein aufregendes Produkt in letzter Zeit“, sagte Kinahan. Apple hatte das iPhone im vergangenen Jahr nur erneuert und nicht wie 2014 ein völlig neues Gerät vorgestellt. Experten zufolge könnte das iPhone 7, das in diesem Jahr auf den Markt kommen dürfte, wasserdicht sein und über kabellose Kopfhörer verfügen. Die Apple-Uhr, zu der das Unternehmen keine Zahlen vorlegte, scheint bisher keine ähnlichen Erfolge vorweisen zu können wie das Smartphone. Und zu dem Auto, an dem der Konzern angeblich arbeitet, liegen keine offiziellen Pläne vor.

Wachstumspotenzial sieht Apple-Chef Tim Cook aber auch noch beim iPhone. Seinen Worten zufolge haben viele Besitzer älterer Modelle noch keine aktuellen gekauft. Ein Hoffnungsschimmer ist zudem der indische Markt, wo der Quartalsabsatz des Smartphones um mehr als drei Viertel in die Höhe schoss. Cook deutete an, dass sich die Rate sogar noch erhöhen könnte.

Dass es für Apple allerdings schwieriger wird, zeigt das vergangene Quartal. Mit 74,8 Millionen weltweit verkauften iPhones wurde nur ein minimales Plus von 0,4 Prozent erzielt. Es war zudem schwächer als erwartet. Konzernweit kletterten Umsatz und Gewinn um je knapp zwei Prozent auf Rekordmarken. Die Erlöse erreichten 75,87 Milliarden Dollar, das Ergebnis 18,36 Milliarden.

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