Glyphosat: Monsanto verklagt Kalifornien

Kalifornien will Glyphosat auf die Liste der anerkannten krebserregenden Stoffe setzen. Glyphosat ist eines der Hauptbestandteile von Monsantos Unkrautvernichtungsmittel. Der Konzern hat Klage gegen den kalifornischen Staat eingereicht.

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Monsanto sorgt angesichts seines umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Roundup erneut für Aufmerksamkeit. Das US-Unternehmen verklagt eine kalifornische Behörde. Grund dafür ist das im Unkrautvernichter enthaltene Glyphosat, das die Internationale Krebsforschungsagentur IARC „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft hat. Kalifornien will Glyphosat auf die Liste der bekannten krebserregenden Stoffe setzen.

Die kalifornische Behörde, Office of Environmental Health Hazard Assessment (OEHHA), und der zuständige Direktor, Lauren Zeise, sind von der Klage betroffen. Ende September hatte die Behörde ihre Pläne für Glyphosat angekündigt. „Soweit ich weiß, ist dies die erste Aufsichtsbehörde in den USA, die feststellt, dass Glyphosat krebserregend ist (…) Also, das ist eine sehr große Sache“, zitierte EcoWatch damals Nathan Donley vom Center for Biological Diversity.

Gemäß dem „Safe Drinking Water and Toxic Enforcement Act, 1986“ (Proposition 65), welches ein im Jahr 1986 in Kraft getretenes kalifornisches Gesetz ist, soll die Hygiene des Trinkwassers gefördert werden. Demzufolge ist die Umweltschutzbehörde verpflichtet, das Gelangen von krebserregenden Substanzen in Verbraucherprodukte und daraus folgende Missbildungen sowie andere Schädigungen der Fortpflanzungsfähigkeit zu verhindern.

Monsanto streitet ab, dass Glyphosat krebserregend ist, und bezieht sich dabei auf zahlreiche Studien, die Glyphosat als sicher einstufen. Eine der Studien ist aus dem Jahr 2007 und von der Behörde selbst veröffentlicht. Darin kommt die Behörde zu dem Schluss, dass es unwahrscheinlich sei, dass Glyphosat Krebs verursache.

Mit dem Setzen von Glyphosat auf die kalifornische Liste auf Grundlage der Klassifikation durch die Internationale Krebsforschungsagentur IARC trete die US-Behörde ihre regulatorische Autorität an einen „nicht gewählten, undemokratischen, unerklärlichen Fremdkörper“ ab, heißt es in der Klage. Zumal diese Organisation nicht unter der Aufsicht eines Staates stehe.

Nimmt Kalifornien Glyphosat in die besagte Liste auf, wäre Monsanto gezwungen, die Konsumenten gut sichtbar vor der krebserregenden Chemikalie zu warnen, so Reuters. Andere Unternehmen, die ebenfalls Glyphosat verwenden, wären davon ebenfalls betroffen.

Auch in Europa wächst der Widerstand gegen Produkte von Monsanto – vor allem mit Glyphosat. In zahlreichen europäischen Geschäften wurden Glyphosatprodukte bereits aus den Regalen entfernt. Überraschend hatte die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) den Stoff im vergangenen Jahr als „wahrscheinlich nicht krebserregend“ eingestuft hat. Woraufhin hunderte Wissenschaftler sich vehement gegen diese Einstufung wehrten. Sie kritisierten in einem offenen Brief die Methoden der EU-Behörde.

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