Nervosität bei Banken: CDS steigen deutlich, CoCo-Anleihen sacken ab

Anleger befürchten steigende Risiken im Bankensektor. In der Folge sind die Preise für Versicherungen gegen Kreditausfälle stark gestiegen, während die Preise für riskante Anleihen europäischer Banken deutlich gesunken sind. Die Marktbewegungen zeugen von einer verstärkten Nervosität unter Anlegern.

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Die Sorgen von Anlegern um die Stabilität des europäischen Bankensystems äußern sich vermehrt bei den Preisen für Kreditausfall-Versicherungen und riskanten Bankanleihen. Am Montag sind die Preise für so genannte Contingent Convertible Bonds (CoCo-Anleihen) wichtiger Kreditinstitute auf neue Tiefstände gesunken. CoCo-Anleihen sind riskante nachrangige Bankanleihen, die bei Erreichen bestimmter Kriterien von Fremd- in Eigenkapital der Banken umgewandelt werden. Die Gläubiger werden in diesem Fall zu haftenden Aktionären.

Die Preise für die 1,75 Milliarden Dollar umfassenden CoCo-Anleihen der Deutschen Bank waren am Montag auf 75 Cent für den Euro gefallen, wie Financial Times schreibt. Damit haben sie alleine in diesem Jahr um etwa 19 Prozent an Wert eingebüßt. Preise für CoCo-Anleihen der spanischen Banco Santander und der italienischen UniCredit sanken auf 85 beziehungsweise 76 Cent pro Euro. Die Preisrückgänge bei CoCo-Anleihen reflektieren die Verluste der Aktienkurse, welche die betreffenden Institute in den vergangenen Wochen verzeichneten. Bei der UniCredit fordert mittlerweile der erste Großaktionär den Rücktritt von CEO Federico Ghizzoni.

Auch die Preisanstiege für Kreditausfallversicherungen der Banken (Credit Default Swaps – CDS) sind eine Folge der gestiegenen Nervosität an den Märkten. CDS für fünfjährige Senior-Anleihen der Deutschen Bank stiegen am Montag auf ein neues Dreieinhalb-Jahres-Hoch, wie Financial Times schreibt. Die Absicherung einer Forderung von 100.000 Euro gegen Deutschlands größte Bank kostet aktuell 2200 Euro im Jahr. Die Absicherung einer Forderung gegen die Commerzbank kostet nun jährliche etwa 1660 Euro. Vor gut einer Woche waren für Anleiheschulden der Deutsche Bank noch 1360 Euro und für die Commerzbank 1130 Euro fällig.

Die Absicherung eines zehn Millionen Euro schweren Pakets nachrangiger Verbindlichkeiten europäischer Banken gegen Zahlungsausfall kostete am Dienstag 299.850 Euro, teilte der Datenanbieter Markit laut Reuters mit. Am Vortag war der Preis zeitweise auf ein Drei-Jahres-Hoch von 302.125 Euro gestiegen. Das bedeutete fast eine Verdoppelung im Vergleich zu Ende Januar.

Die Skepsis vieler Anleger gegenüber Bankanleihen ist seit Ende des vergangenen Jahres deutlich angestiegen, als Gläubiger der portugiesischen Novo Banco überraschend zur Abfederung von Verlusten herangezogen wurden. Hinzu kommen Spekulationen, dass einige Banken nicht mehr über genügend Kapital verfügen würden, um Zinskupons von Anleihen zu bedienen. Die Deutsche Bank musste den Gerüchten am Montag bereits öffentlich entgegentreten.

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