Banco Popolare: Weniger Rückstellungen für Kredite, erstmals wieder Gewinne

Italiens viertgrößte Bank Banco Popolare hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder einen Gewinn erwirtschaftet. Möglich wurde dies, weil durch Abschreibungen fauler Kredite in Millionenhöhe weniger Risiko-Rückstellungen nötig waren. Allerdings stehen immer noch faule Darlehen von rund 14 Milliarden Euro in den Büchern der Bank.

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Italiens viertgrößtes Geldhaus Banco Popolare hat im vergangenen Jahr dank geringerer Kreditrückstellungen wieder Gewinne erwirtschaftet, wie Reuters am Mittwoch meldete. Es sei demnach ein Gewinn von 430 Millionen Euro erzielt worden nach einem fast zwei Milliarden Euro hohen Verlust im Vorjahr, teilte das Finanzinstitut am Dienstag nach Börsenschluss mit. Banco Popolare kündigte an, eine Dividende von 15 Cent je Aktie zu zahlen. Das letzte Mal war im Geschäftsjahr 2010 eine Ausschüttung an die Aktionäre erfolgt.

Im vergangenen Jahr schrieb die Banco Popolare, die sich in den finalen Zügen bei Fusionsverhandlungen mit dem Rivalen Banca Popolare di Milano befindet, 804 Millionen Euro auf faule Kredite ab und damit weniger als ein Viertel der Summe des Vorjahres. Ende Dezember belief sich die Nettosumme der problematischen Darlehen allerdings immer noch auf 14 Milliarden Euro. Bankchef Pier Francesco Saviotti kündigte an, noch im ersten Halbjahr 600 bis 650 Millionen Euro an faulen Krediten verkaufen zu wollen.

Banco Popolare steht stark unter Druck. Die Aktie ist allein in diesem Jahr bereits um 50 Prozent eingebrochen. Anlegern macht die große Summe fauler Kredite und die schwachen Wirtschaftsaussichten in Italien Sorgen.

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