Bundesbank: EZB schafft riskante Zombie-Banken

Die Bundesbank ist der Ansicht, dass die EZB die europäischen Banken mit billigem Geld künstlich am Leben hält. Eine strukturelle Marktbereinigung gebe es im Bankensektor nicht. Stattdessen finde eine „Zombifizierung“ der Banken statt.

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Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret beklagt das Aussitzen von Problemen im europäischen Bankensektor. „Es gab in Europa keine strukturelle Marktbereinigung, viele Banken überleben, weil sie am Tropf der EZB hängen“, sagte Dombret dem Spiegel laut Vorabbericht vom Freitag. „Diese Zombifizierung muss einmal ein Ende haben.“ Dombret ist bei der Bundesbank unter anderem für die Aufsicht über die Geldhäuser zuständig.

Sorgen macht ihm die schwache Gewinnsituation der Banken. „Die Niedrigzinsen sind in einem Bankenmarkt wie dem europäischen, der sehr auf dem Kreditgeschäft basiert, ein gravierendes Problem“, sagte Dombret. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den Leitzins schon seit September 2014 auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Der Einlagensatz liegt sogar bei minus 0,3 Prozent. Banken zahlen Strafzinsen, wenn sie bei der EZB Geld parken.

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