Ärzte ohne Grenzen macht Syrien oder Russland für Raketen auf Krankenhaus verantwortlich

Im Norden Syriens wurden Schulen und Krankenhäuser von Bomben zerstört. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen macht die syrische Regierung oder Russland für den Angriff verantwortlich.

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Das zerstörte Krankenhaus der Ärzte ohne Grenzen in Idlib. (Foto: EPA/MSF)

Das zerstörte Krankenhaus der Ärzte ohne Grenzen in Idlib. (Foto: EPA/MSF)

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen berichtet von einem Angriff auf ein Krankenhaus in der Provinz Idlib. Mindestens sieben Mitarbeiter und ein Patient seien dort getötet worden, erklärte die Organisation. Acht Mitarbeiter würden vermisst. Der Präsident der Organisation, Mego Terzian, machte, wie Reuters berichtet, die syrische Regierung oder Russland verantwortlich. Dem widersprach der syrische Botschafter in Moskau. Er sagte im Fernsehen, das Krankenhaus sei von US-Kampfflugzeugen zerstört worden. Eine Pentagon-Sprecherin sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten: „Diese Behauptung ist falsch. Weder die USA noch Flugzeuge der Koalition waren an dem Beschuss beteiligt.“

Die russische Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa sagte in Genf, die Angriffe richteten sich gegen Strukturen des IS. Bomben auf Krankenhäuser widersprächen der russischen Weltanschauung. Das US-Außenministerium machte die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und deren Verbündeten Russland für die Angriffe verantwortlich.

In ihrer Pressemitteilung hatte MSF keine Angaben über die möglichen Urheber gemacht.

Washington verurteilte die Luftangriffe auf zwei zivile Krankenhäuser in und um die nördliche Großstadt Aleppo getroffen hätten. Eine der Kliniken war demnach eine von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen betriebene Einrichtung, die andere ein Kinder- und Frauenkrankenhaus in der Stadt Azaz nicht weit von der türkischen Grenze. Die Türkei hat am Samstag begonnen, Artilleriefeuer auf syrisches Gebiet abzufeuern – um gegen die kurdische YPG zu kämpfen.

Bei Raketenangriffen auf Kliniken und Schulen im Norden Syriens sind nach Angaben der Vereinten Nationen fast 50 Zivilisten getötet worden. Zahlreiche Menschen seien verletzt worden, als mindestens fünf medizinische Einrichtungen und zwei Schulen in Aleppo und Idlib getroffen worden seien, teilte die UNO am Montag in New York mit. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteile die Angriffe als „eklatante Verstöße gegen internationales Recht“.

Für Ban werfen die Angriffe einen Schatten auf die in München abgegebene Verpflichtung. Die Syrien-Kontaktgruppe hatte am Freitag eine Erklärung veröffentlicht, wonach die Kämpfe in Syrien binnen einer Woche eingestellt werden sollten. Die Vereinbarung erzielten die Vertreter der Syrien-Kontaktgruppe aus 17 Staaten – darunter die USA und Russland – sowie der UNO, der Europäischen Union und der Arabischen Liga. Im Gegensatz zum US-Außenministerium wies Ban die Verantwortung für die Angriffe nicht einer bestimmten Konfliktpartei zu.

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