Flüchtlinge: Kroatien schickt Spezial-Einheiten an die Grenze zu Serbien

Nervosität in Kroatien: Wegen der bevorstehenden Grenz-Schließung in Österreich befürchtet die Regierung ein Chaos auf der Balkan-Route. Daher entsendet sie Spezial-Einheiten und zusätzliche Polizisten an die Grenze zu Serbien.

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Kroatien hat am Dienstag seine Grenzsicherung zu Serbien verstärkt, um Flüchtlinge aufzuhalten. Es seien zusätzliche Kräfte der Spezial- und Grenzpolizei zur Verschärfung der Kontrollen entsandt worden, teilte das Innenministerium des jüngsten EU-Mitgliedslandes am Abend laut AFP mit. Der Staat liegt auf der sogenannten westlichen Balkanroute, auf der die meisten Flüchtlinge nach Mittel- und Nordeuropa kommen.

Seit September passierten mehr als 600.000 Flüchtlinge Kroatien auf dem Weg nach Österreich, Deutschland oder Schweden. Zagreb hat mehrfach betont, die Flüchtlinge durchreisen zu lassen, so lange sie von ihren Zielländern aufgenommen werden. Inzwischen haben Schweden und Österreich an ihren Grenzen aber wieder schärfere Kontrollen eingeführt. Die Regierung in Wien kündigte überdies am Dienstag an, ab Mittwoch nur noch eine begrenzte Zahl von Flüchtlingen ins Land zu lassen und die Grenzen insgesamt de facto hermetisch abriegeln zu wollen.

Am Donnerstag treffen sich in Zagreb die Polizeichefs aus fünf Ländern, die an der Balkanroute liegen: Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien und Mazedonien. Dabei solle es um Reaktionen auf die Flüchtlingskrise gehen, erklärte das Innenministerium. Am selben Tag kommen die EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel zum Gipfel zusammen, auch dabei steht die Flüchtlingskrise auf der Agenda.

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