Japan: Export-Einbruch zeigt Schwäche der Weltwirtschaft

Die Exporte Japans sind im Januar so stark eingebrochen wie seit 2009 nicht mehr. Der Rückgang von fast 13 Prozent kann letztendlich aber nur mit einer generellen Krise der globalen Nachfrage erklärt werden. Der Weltwirtschaft droht der Stillstand.

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Die japanischen Exporte sind im Januar so stark eingebrochen wie zuletzt während der Finanzkrise 2009, wie Reuters am Donnerstag bekanntgab. Eine schwächere Nachfrage aus China und anderen wichtigen Absatzmärkten habe zu einem Rückgang um 12,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr geführt, teilte das Finanzministerium am Donnerstag mit. Analysten hatten mit einem Minus von 11,3 Prozent gerechnet. Es war bereits die vierte Abnahme der industriellen Ausfuhren in Folge. Besonderen Anteil an dem Rückgang hatten Stahl- und Ölprodukte. Im Schlussquartal 2015 schrumpfte die japanische Volkswirtschaft zudem mit einer Jahresrate von 1,4 Prozent.

Die Schwäche der japanischen Industrie gibt Hinweise darauf, wie es mit der Weltwirtschaft und insbesondere mit dem Welthandel bestellt ist. Auch die chinesischen Ausfuhren waren zum Jahresauftakt mit 11,2 Prozent ähnlich stark zurückgegangen. Für die exportabhängige deutsche Wirtschaft sind das sehr schlechte Nachrichten. Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr bereits mit einem geringeren Exportwachstum von 3,2 Prozent nach 5,4 Prozent im vergangenen Jahr.

Die veröffentlichten Exportdaten aus Japan und China könnten allerdings leicht verzerrt sein, weil das Neujahrsfest in der Volksrepublik diesmal früher als im vergangenen Jahr gefeiert wurde. In vielen Unternehmen wird dann nicht gearbeitet. Allein nach China, dem größten Handelspartner Japans, wurden 17,5 Prozent weniger Waren ausgeliefert.

Die Grundaussage bleibt allerdings bestehen: die Weltwirtschaft gleitet seit einigen Monaten in eine Phase niedrigen Wachstums ab. Viele Indizes stützen diese Beobachtung bereits. So ist der Baltic Dry-Index, der die Frachtkosten wichtiger Rohstoffe wie Eisenerz, Zement und Kupfer abbildet und als Frühindikator für die globale Konjunktur gilt, zuletzt zwar leicht angestiegen. Er liegt mit aktuell 307 Punkten aber rund 60 Punkte tiefer als zu Monatsbeginn, rund 200 Punkte tiefer als vor einem Jahr und rund 2000 Punkte tiefer als Ende 2013.

Hinzu kommt, dass auch die Konjunktur der USA nicht richtig Tritt fasst. Seit Sommer verlangsamt sich dort das Wachstum. Ende 2015 legte das Bruttoinlandsprodukt nur noch um 0,2 Prozent zu. Ein Grund dafür ist der stark gestiegene Dollar, welcher amerikanische Produkte auf dem Weltmarkt verteuert. Die Zahl neuer Stellen stieg zu Jahresbeginn zwar um 151.000. Von Reuters befragte Ökonomen hatten aber mit 190.000 gerechnet und auch der Vormonatswert wurde um 30.000 auf 262.000 nach unten revidiert. Im Dezember schrumpften zudem die Bestellungen langlebiger Güter um über 5 Prozent. In den Vereinigten Staaten sind noch immer rund 45 Millionen Menschen von Lebensmittel-Marken abhängig, um ihr tägliches Auskommen zu sichern. Diese Probleme bringen die Zentralbank Fed bereits dazu, die eingeleitete Zinswende merklich zu verlangsamen.

Analysten rechnen für Japan zu Jahresbeginn bestenfalls mit einem leichten Wachstum. „Da die Exporte schlecht laufen, kann man nicht erwartet werden, dass sie das Wachstum im laufenden Quartal antreiben“, sagte der Chefvolkswirt des Forschungsinstituts Norinchukin, Takeshi Minami. Zur Ankurbelung der Kreditvergabe hatte die Notenbank im Januar Strafzinsen für Geschäftsbanken eingeführt, bisher ohne Erfolg. Denn die Nachfrage an den Weltmärkten scheint zu stagnieren.

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