Umfrage: Mehrheit der Ökonomen erwartet eher Nachteile durch Asyl-Bewerber

Die deutschen Ökonomen sehen die deutsche Asyl- und Einwanderungspolitik kritisch. Sie erwarten eher Nachteile als Vorteile. Zur Finanzierung der Kosten halten die Ökonomen eine höhere Neuverschuldung oder Steuererhöhungen für denkbare Varianten.

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Die Mehrheit der deutschen Wirtschaftsprofessoren einer FAZ-Umfrage sieht den gegenwärtigen Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland einer Umfrage zufolge kritisch. 40 Prozent der Befragten erwarteten von den Asylbewerbern eher Nachteile für das Land, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf eine gemeinsame Erhebung des Blatts mit dem Ifo-Institut. Vorteile würden lediglich 23 Prozent der rund 220 befragten Professoren sehen. Der Rest sei unentschieden.

56 Prozent der VWL-Professoren hält es demnach zur Integration der Asylbewerber mit niedriger Qualifikation für notwendig, den Mindestlohn für diese abzusenken. 37 Prozent lehnen dies ab. Die große Mehrheit der Ökonomen fordert der Umfrage zufolge eine bessere Sicherung der Außengrenzen des Schengen-Raums. Gleichzeitig warnen sie davor, auch nur temporär nationale Grenzen im Schengen-Raum zu schließen. Das würde hohe Kosten verursachen.

Auf die Frage, wie die Kosten für die Unterbringung, Versorgung und Betreuung der Flüchtlinge finanziert werden sollten, brachten 45 Prozent der Professoren Neuverschuldung ins Spiel, gefolgt von Steuererhöhungen (36 Prozent). Erst deutlich dahinter folgten die Optionen Reduzierung internationaler Zahlungen, Anhebung des Renteneintrittsalters (22 Prozent) und Kürzung der Sozialausgaben (21 Prozent). Andere Sparmaßnahmen oder Umschichtungen im Haushalt befürworteten 16 Prozent.

Im Vergleich mit der Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik anderer Länder sehen die Professoren die deutsche Politik insgesamt kritisch. Mehrheitlich erwarten sie wirtschaftliche Nachteile. Die Politik der Briten und Franzosen wird als weniger nachteilig angesehen. Am besten schneidet in der Umfrage die Zuwanderungspolitik Kanadas und Australiens ab, die beide sehr stark nach der Qualifikation der Einwanderer gehen.

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