Griechische Polizei räumt Grenzübergang zu Mazedonien

Die griechische Polizei räumt den Grenzübergang zu Mazedonien, nachdem dort keine Flüchtlinge aus Afghanistan mehr passieren dürfen. Tausende Afghanen sitzen fest und sollen vorerst in Auffanglagern untergebracht werden. Doch wenn es nach den Plänen der EU geht, sollen hier bald auch Flüchtlinge aus dem Irak und Syrien gestoppt werden.

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Die griechische Polizei beginnt mit der Räumung der Grenze zu Mazedonien. Am Grenzübergang Idomeni fuhren nach Polizeiangaben am Dienstag mindestens sieben Busse ab, die abgewiesene afghanische Flüchtlinge in die Hauptstadt Athen bringen sollten. Darunter waren demnach auch zahlreiche Familie, meldet AFP. Sie sollen vorübergehend in Auffanglagern bei Athen untergebracht werden, wie aus Polizeikreisen verlautete. Mazedonien hat die Einreisebedingungen deutlich verschärft und lässt nur noch Syrer und Iraker ins Land, die weiter Richtung Norden wollen. An den wichtigsten Grenzübergängen wurde ein Metallzaun mit Stacheldraht errichtet. Zahlreiche Afghanen versuchen seither, den Zaun zu stürmen (siehe Video).

In Idomeni befanden sich in der Nacht zu Dienstag rund 1200 Flüchtlinge, die die Grenze nach Mazedonien nicht passieren durften. Die meisten von ihnen stammen aus Afghanistan oder haben keine Reisedokumente. Sie hatten zwischenzeitlich versucht, die Grenze gewaltsam zu überqueren. Insgesamt hängen aber mehr als 4.000 Personen in Idomeni wegen der langwierigen Kontrollen fest.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen in diesem Jahr bereits mehr als 100.000 Menschen in Griechenland und Italien an. Allein am Dienstagmorgen erreichten weitere 1250 Flüchtlinge per Fähre von drei griechischen Inseln Athen. Der Bürgermeister der Hafenstadt Piräus, Jannis Moralis, sagte dem Fernsehsender Mega TV, dass die Zahlen derzeit sogar stiegen: „Es kommen immer mehr Schiffe.“ Die Hafenterminals seien bereits voll, überwiegend mit Frauen und Kindern.

Gleichzeit wird die Balkanroute immer schwerer passierbar, denn sowohl Österreich als auch die Balkanstaaten verschärfen die Kontrollen. Dies führt zu einem enormen Rückstau vor allem in Griechenland, weil die Grenzkontrollen strenger und somit zeitintensiver werden. Auch Syrer und Iraker müssen viel länger warten, um die Grenze passieren zu können.

Am Freitag hatte Österreich Tagesquoten für die Einreise von Flüchtlingen und Asylbewerbern eingeführt. Überraschender Effekt: Seitdem hat so gut wie kein Flüchtling mehr die Grenze übertreten.

Seit Sonntag dürfen keine Afghanen mehr die serbische Grenze passieren. Daraufhin hatte Mazedonien nachgezogen und ebenfalls die Grenze für Afghanen geschlossen. Die Schließung dürfte Teil eines Deals zwischen Serbien und der EU sein, die EU-Außengrenzen ab 1. März komplett zu schließen – auch für Syrer und Iraker.

Seit Ungarn seine Grenze zu Kroatien im Oktober geschlossen hat, weichen immer mehr Menschen nach Slowenien aus, um weiter nach Deutschland zu gelangen. Das slowenische Parlament hat am Dienstag beschlossen, zur Sicherung seiner Grenze zu Kroatien nun sogar die Armee einzusetzen. Gleichzeitig erreichen die Aufgriffe von Flüchtlingen in Ungarn trotz Grenzzaun neue Rekordwerte, weil die Route über Kroatien und Slowenien wegen der Grenzkontrollen immer schwieriger wird.

Auch die Slowakei rechnet mit einem Anstieg der Flüchtlingszahlen. Die geplante neue Politik der Regierung in Wien dürfte zur Folge haben, dass sich die Menschen andere Wege nach Deutschland suchen, die über die Slowakei führten, so Ministerpräsident Roberto Fico. Österreich akzeptiert noch 80 Asylbewerber pro Tag und will höchstens 3200 Flüchtlinge pro Tag durchreisen lassen.

Dänemark verlängerte unterdessen die Grenzkontrollen zu Deutschland um zehn Tage bis zum 4. März. Die Regierung in Kopenhagen befürchtet, dass viele Flüchtlinge, die nach Schweden wollen, wegen der schwedischen Grenzkontrollen in Dänemark stranden.

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