Flüchtlinge: Korruptionsverdacht im Berliner Lageso

Ein Lageso-Referatsleiter soll einer Sicherheitsfirma gegen Schmiergeld Aufträge verschafft haben. Zwei Männer wurden von der Berliner Staatsanwaltschaft festgenommen. Das Lageso ist wegen chaotischer Zustände seit Monaten in der Kritik.

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Nach monatelanger Kritik wegen chaotischer Zustände beim Flüchtlingsmanagement steht das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) nun wegen Korruptionsvorwürfen im Fokus. Ein Lageso-Referatsleiter soll einer Sicherheitsfirma gegen Schmiergeld Aufträge verschafft haben; der Beamte und der Geschäftsführer der Sicherheitsfirma wurden deswegen festgenommen, wie die Berliner Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft untersuchten insgesamt vier Objekte in Berlin.

Der 48-jährigen Lageso-Referatsleiter, der Geschäftsführer der Sicherheitsfirma und zwei weitere Mitarbeiter des Unternehmens stehen unter dem Verdacht der gewerbsmäßigen Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Konkret soll der Referatsleiter im vergangenen Jahr von dem Chef der Sicherheitsfirma mehrfach Schmiergeld in Höhe von jeweils zwischen 5000 und 10.000 Euro in Bar kassiert haben. Im Gegenzug soll er Aufträge zur Betreibung von Flüchtlingsunterkünften nur unter der Bedingung vergeben haben, dass die Betreiber das beschuldigte Sicherheitsunternehmen für die Überwachung anheuern.

Bei den Durchsuchungen seien Unterlagen und elektronische Datenträger gesichert worden, die nun ausgewertet werden müssten, teilte die Staatsanwaltschaft mit. In einem Tresor in der Wohnung des Lageso-Mitarbeiters wurden demnach mehr als 51.000 Euro sichergestellt.

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