EU genehmigt Molkerei-Fusion zwischen DMK und DOC Kaas

Das Deutsche Milchkontor darf die niederländische Käserei Doc Kaas übernehmen: Die EU-Kommission stimmte einem Zusammenschluss zum 1. April zu. DOC Kaas soll eine 100-prozentige Tochter des derzeitigen Marktführers DMK werden.

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Deutschlands größter Molkerei-Konzern DMK und der niederländische Käsehersteller DOC Kaas dürfen fusionieren. Die EU-Kommission habe das Geschäft ohne Auflagen und Bedingungen genehmigt, teilte das Deutsche Milchkontor (DMK) am Freitag in Zeven mit. Vorgesehen sei, den Zusammenschluss zum 1. April zu vollziehen, wenn bis dahin alle vertrags- und genossenschaftsrechtlich notwendigen Schritte abgeschlossen werden könnten.

Die Entscheidung der Brüsseler Behörde war bereits am Donnerstag gefallen, sie wurde am Freitag veröffentlicht. Die EU-Kommission sei zu dem Schluss gekommen, dass es gegen die vorgeschlagene Übernahme von DOC Kaas durch DMK keine Wettbewerbsbedenken gebe, hieß es zur Begründung. Die gemeinsamen Marktanteile der beiden Genossenschaften blieben in den betroffenen Märkten „minimal oder moderat“, und die Kunden hätten weiterhin eine Reihe von Alternativen.

DOC Kaas soll eine 100-prozentige Tochter der DMK GmbH werden, seine eigenständige genossenschaftliche Struktur aber behalten. Nach bisheriger Planung sollen die Niederländer einen Sitz im Aufsichtsrat des DMK bekommen und zwei Sitze in der Gesellschafter-Versammlung.

Das DMK mit Sitz in Zeven verarbeitet jährlich rund 6,8 Milliarden Kilogramm Milch an 17 Molkerei-Standorten. DOC produziert aus etwa einer Milliarde Kilogramm Milch niederländischen Käse, der weltweit abgesetzt wird.

„Der Zusammenschluss wird die Wettbewerbsfähigkeit von DMK Group und DOC Kaas stärken, was nicht nur der Milchwirtschaft in Deutschland und den Niederlanden zugutekommt, sondern auch die Stellung der europäischen Milchindustrie am Weltmarkt verbessern wird“, betonte Josef Schwaiger, Sprecher der Geschäftsführung der DMK Group.

Erleichterung auch in den Niederlanden: DOC-Kaas-Vorstandschef Arjan Schimmel sieht in der Fusion klare Vorteile für die Unternehmen auf den internationalen Märkten. „Die Bündelung der Kräfte versetzt uns besser in die Lage, sowohl kurzfristig als auch langfristig die Zielsetzungen zu erreichen und damit den Interessen der Anteilseigner zu entsprechen“, erklärte er.

Schwaiger hatte den DOC-Standort im niederländischen Hoogeveen in einem Interview einmal als den „Maybach unter den Käsewerken“ gepriesen. Vor allem bei Naturkäse sind die Niederländer stark. Die DMK-Genossenschaft hat derzeit knapp 9.000 Mitglieder und einen Jahresumsatz von rund 5,3 Milliarden Euro. DOC Kaas zählt 1.200 Mitglieder bei einem Jahresumsatz von etwa 550 Millionen Euro.

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