Erstes Schwimmbad führt getrennte Zeiten für Frauen und Männer ein

Der Staatsanwalt ermittelt wegen einer Vergewaltigung In einem Schwimmbad in Norderstedt. Die Bad führt nun "Zeitfenster" ein, in denen nur Frauen und Kinder die Wasserrutsche benutzen dürfen - um vor Belästigungen geschützt zu bleiben.

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Als Reaktion auf einen schweren sexuellen Übergriff in einem Erlebnisbad in Norderstedt verschärfen die Betreiber die Sicherheitsmaßnahmen. Testweise sollen an bestimmten Attraktionen wie Rutsche und Wildwasserkanal Zeitfenster ausschließlich für Frauen und Kinder eingeführt werden, sagte am Freitag Stadtsprecher Bernd-Olaf Struppek der dpa. Männer sollen in dieser Zeit nicht rutschen dürfen.

Zudem sollten mindestens drei zusätzliche Sicherheitsleute als Badegäste getarnt aufpassen. „Sie werden schwimmen, rutschen und im Liegestuhl sitzen und können so das Geschehen direkt im Blick haben.“

Auch die Videoüberwachung in dem weitläufigen Erlebnisbad mit mehreren Becken werde ausgebaut. Unterwasserkameras seien wegen der Persönlichkeitsrechte der Badegäste nicht möglich. Die mehrsprachigen Schilder, auf denen die Baderegeln in verschiedenen Sprachen stehen, wurden am Freitag um Piktogramme ergänzt. Das Bad nördlich von Hamburg wird jährlich von rund 800.000 Menschen besucht.

Hintergrund ist ein Fall vom Sonntag: Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt gegen einen 14- und einen 34-Jährigen wegen des Verdachts der gemeinschaftlicher Vergewaltigung eines 14 Jahre alten Mädchens, wie Oberstaatsanwalt Axel Bieler am Freitag sagte. Die beiden Tatverdächtigen wurden nach der Tat von Sicherheitsleuten festgehalten und sitzen derzeit in Untersuchungshaft.

Der Fall hat bereits die Landespolitik erreicht: Ministerpräsident Torsten Albig mahnte am Dienstag einen ausgewogenen öffentlichen Umgang mit tatsächlichen oder vermeintlichen Übergriffen unter Beteiligung von Flüchtlingen oder Asylbewerbern an. „Ich finde jede Art von sexuellen Übergriffen unerträglich. Es ist aber wichtig, dass wir jetzt nicht Bilder produzieren, die das Gefühl in der Öffentlichkeit vermitteln, als hätten wir es nur noch mit Vergewaltigern oder mit sexuellen Übergriffen zu tun.“

In großen Gruppen von Menschen, ob deutschstämmig oder nicht, gebe es immer welche, die sich nicht an die Regeln hielten, sagte der SPD-Politiker angesprochen unter anderem auf den Vorfall in Norderstedt. Bei den mutmaßlichen Vergewaltigern handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um afghanische Flüchtlinge.

Die neuen Sicherheitsmaßnahmen in dem Bad sind eine direkte Reaktion auf den Vorfall: „Einen solch massiven Übergriff haben wir noch nicht gehabt“, sagte Stadtsprecher Struppek. Das Sicherheitskonzept sei aber bereits nach einem Zwischenfall in einer Rutsche im Sommer 2014 verschärft worden. Damals sollen drei Mädchen sexuell belästigt worden sein.

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