Doping-Geständnis: Sponsoren gehen auf Distanz zu Scharapowa

Die russische Tennisspielerin Maria Scharapowa ist positiv auf Doping getestet worden. Nach ihrem öffentlichen Geständnis gehen erste Sponsoren und Werbepartner auf Distanz zu einem der Stars des Tennis-Zirkus.

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Nach dem Dopinggeständnis von Maria Scharapowa gehen die ersten Sponsoren und Werbepartner auf Distanz zu der russischen Tennisspielerin. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA verwies auf die laufenden Ermittlungen des Weltverbandes ITF und wollte sich zum aktuellen Stand nicht weiter äußern.

Vorerst ist die fünfmalige Grand-Slam-Turniersiegerin jedoch suspendiert, ein Olympia-Start scheint nach aktuellem Stand ausgeschlossen. Experten rechnen mit einer möglichen Sperre von einem Jahr bis zu mehreren Jahren. Auch für das hochkarätig besetzte Stuttgarter Damen-Turnier im April und den Namenssponsor Porsche ist das Dopingvergehen Scharapowas ein herber Rückschlag.

Man bedauere die aktuellen Nachrichten, teilte der Sportwagenbauer Porsche am Dienstag mit. «Bis weitere Details hierzu bekannt sind und wir die Situation analysieren können, haben wir uns entschieden, die geplanten Aktivitäten auszusetzen», hieß es in einer Mitteilung an die Deutsche Presse-Agentur. Scharapowa ist Markenbotschafterin von Porsche und für das WTA-Turnier eine wichtige Attraktion.

Auch der US-Sportartikelhersteller Nike legte den hoch dotierten Sponsoringvertrag vorerst auf Eis. Nike wolle das Ergebnis weiterer Ermittlungen abwarten, bevor über die nächsten Schritte entschieden werden soll. Der Schweizer Uhrenhersteller TAG Heuer erklärte, dass der Ende 2015 ausgelaufene Vertrag nicht verlängert werde.

Scharapowa wurde während der Australian Open im Januar die Einnahme der verbotenen Substanz Meldonium nachgewiesen. «Der positive Test ist eine Katastrophe fürs Tennis. Jetzt ist einer der größten Stars des Sports der Geschichte gesperrt und für immer befleckt», schrieb die britische Zeitung «Daily Mail» am Dienstag. Für die italienische «La Repubblica» liegt «die Welt in Trümmern, sicherlich die Welt der russischen Tennisspielerin, aber auch die der Tennis-Welt.»

Meldonium wird unter dem Markennamen Mildronat als Herzmedikament in den baltischen Staaten und in Russland vertrieben; in Deutschland ist es als Arzneimittel nicht zugelassen. Es soll die Durchblutung fördern und somit als Medikament für Angina Pectoris und Herzerkrankungen geeignet sein. Athleten versprechen sich durch die Einnahme der Substanz eine verbesserte Durchblutung und damit eine Steigerung der physischen sowie mentalen Belastungsfähigkeit.

«Ob es wirklich hilft, weiß ich nicht», sagte der Leiter des Instituts für Dopinganalytik und Sportbiochemie Kreischa, Detlef Thieme, und sprach von einer «Lifestyle-Droge, die prophylaktisch genommen wird, obwohl ihre tatsächliche Leistung auf Sportler fragwürdig ist».

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