EU verschiebt Votum über Glyphosat-Zulassung

Die EU-Kommission hat die Abstimmung über eine weitere Zulassung des Monsanto-Gifts Glyphosat verschoben. Offenbar habe sich keine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten abgezeichnet. Der Streit der Länder dreht sich um die Frage, ob Glyphosat bei Menschen Krebs auslösen kann.

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Die EU-Kommission hat die Abstimmung über eine weitere Zulassung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat verschoben. Die Verlängerung sei im zuständigen Fachausschuss nicht zur Abstimmung gestellt worden, sagte am Dienstag ein Diplomat. Offenbar habe sich keine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten abgezeichnet.

Dass es weder für noch gegen eine Verlängerung der Zulassung eine qualifizierte Mehrheit geben würde, hatte sich bereits am Montag abgezeichnet. Frankreich, Schweden und Italien hatten zuletzt Medienberichten zufolge Bedenken geäußert. Die Bundesregierung hatte sich bis Montagmittag nicht auf eine Position einigen können.

Eine qualifizierte Mehrheit wären 55 Prozent der Mitgliedstaaten, die mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren.

Glyphosat ist das deutschland- und weltweit am meisten verkaufte Pestizid. Mögliche Gesundheitsgefahren des Mittels sorgen seit Jahren für heftigen Streit. Die Kommission hatte vorgeschlagen, die Zulassung für weitere 15 Jahre zu verlängern.

Die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation WHO hatte zuvor davon gesprochen, dass Glyphosat beim Menschen wahrscheinlich Krebs auslösen kann. Der US-Bundestaat Kalifornien nahm daraufhin das Gift in die Liste der krebsauslösenden Stoffe auf (siehe Video am Anfang des Artikels).

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