Deutsche Exporte in Schwellen-Länder brechen ein

Die deutschen Exporte sind im Januar gegenüber dem Vormonat gesunken. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Ausfuhren in Länder außerhalb der Europäischen Union aus, was auf eine sich abschwächende Weltwirtschaft hindeutet.

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Die deutschen Exporteure sind im Januar um insgesamt 0,5 Prozent gesunken, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Dies war bereits der zweite Rückgang in Folge. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Anstieg von 0,5 Prozent gerechnet, nachdem die deutschen Ausfuhren bereits im Dezember um 0,7 Prozent zurückgegangen waren. Die deutschen Importe zogen im Januar deutlich an. Sie stiegen um 1,2 Prozent zum Vormonat und damit dreimal so stark wie erwartet.

Im Vergleich zum Januar 2015 fielen die Exporte sogar um 1,4 Prozent auf aktuell 88,7 Milliarden Euro. Die Lieferungen in Länder außerhalb der Europäischen Union schrumpften deutlich um 5 Prozent. Großen Schwellenländern wie China, Brasilien und Russland macht derzeit eine schwächere Konjunktur zu schaffen, weshalb sie weniger Waren in Deutschland kaufen. Auch die Ausfuhren in die Euro-Zone nahmen um 0,1 Prozent leicht ab. Die Exporte in die EU-Länder außerhalb des Währungsraums stiegen hingehen um 2,9 Prozent.

„Nicht nur der Januar enttäuscht, sondern die Gesamtentwicklung über die letzten Monate hinweg bleibt schwach. Wenn Mario Draghi glaubt, mit einer Schwächung des Euro die Exporte anzufeuern, hat er sich jedenfalls getäuscht. Trost mag sein, dass die deutsche Exportwirtschaft nicht alleine ist, auch China tut sich derzeit schwer, seine Waren international abzusetzen. Die Symptome eines insgesamt schwachen Welthandels sind unübersehbar. Was fehlt, ist eine stärkere globale Investitionsbereitschaft“, sagte Thomas Gitzel von der VP Bank.

Der Exportverband BGA erwartet für das laufende Jahr ein Exportplus von 4,5 Prozent. 2015 hatten deutsche Unternehmen erneut einen Rekord geschafft, sie lieferten Waren im Wert von rund 1,2 Billionen Euro ins Ausland und damit 6,4 Prozent mehr als im Jahr davor.

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