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Börsen-Fusion: London gewinnt, Frankfurt verliert

Der Privatbankier Friedrich von Metzler macht sich für Frankfurt als Sitz einer neuen deutsch-britischen Börse stark. Die Ansiedlung der Holding in London könnte seiner Meinung nach zusammen mit der geplanten englischen Rechtsform zu einem Bedeutungsverlust für Frankfurt führen.

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Der Privatbankier Friedrich von Metzler wirbt für Frankfurt als Hauptsitz einer fusionierten deutsch-britischen Börse, wie Reuters meldet. Zwar unterstützt er die geplante Fusion von Deutscher Börse und London Stock Exchange (LSE), befürchtet aber einen Bedeutungsverlust des Standortes Frankfurt, falls die gemeinsame Holding wie geplant unter britischem Recht firmiere und in London ihren Sitz habe.

 „Europa braucht eine international wettbewerbsfähige Börse“, sagte von Metzler am Mittwochabend im Frankfurter Wirtschaftspresseclub und stellte sich ausdrücklich hinter die Fusionspläne. „Größe und Finanzkraft sind die entscheidenden Faktoren, um zukünftig in diesem Wettbewerb bestehen zu können.“

Sollte die neue Holding in London angesiedelt werden, drohe Frankfurt von Metzler zufolge ein Bedeutungsverlust. „So ganz vertrauen wir den Engländern nicht“, betonte von Metzler. Die Deutsche Börse müsse ihre Vorteile besser ausspielen: Sie sei größer und insbesondere im Terminmarkt, Clearing und der Verwahrung von Wertpapieren leistungsfähiger. Außerdem sei die IT-Kompetenz in Frankfurt angesiedelt. Gegen London spreche zudem die Unsicherheit wegen des geplanten Referendums über den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union.

Friedrich von Metzler, der jahrelang die gleichnamige Privatbank führte, ist einer der prominentesten Köpfe am Finanzplatz Frankfurt. Von 1989 bis 1993 war er Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Wertpapierbörse, von 1993 bis 2008 saß er im Aufsichtsrat der Deutschen Börse. Diese wird inzwischen von Carsten Kengeter geführt, einem früheren Investmentbanker, dessen Familie in London lebt. Vor allem vor diesem Hintergrund befürchten Kritiker einen Ausverkauf Frankfurts. Von Metzler sagte, er habe Kengeter seine Sicht der Dinge mitgeteilt. „Aber er hat mir nicht gesagt, was er davon hält.“

Deutsche Börse und LSE hatten kürzlich angekündigt, zum größten Börsenbetreiber Europas verschmelzen zu wollen. Die Details des gut 25 Milliarden Euro schweren Zusammenschlusses müssen beide Unternehmen bis zum 22. März vorlegen. Kengeter hat mehrfach betont, dass der Finanzplatz Frankfurt von der Fusion profitieren werde. „Der Sitz der Holding ist in diesem Gesamtkonstrukt von untergeordneter Bedeutung“, sagte er kürzlich im hessischen Rundfunk. Insidern zufolge stand es niemals zur Debatte, die Holding der Mega-Börse am Main anzusiedeln. Dagegen spreche aus Sicht der Unternehmen unter anderem, dass in einer Holding laut deutschem Recht auch Arbeitnehmervertreter vertreten sein müssten. Unterhalb der Holding soll jedoch die Deutsche Börse AG erhalten bleiben, in deren Aufsichtsrat auch Arbeitnehmervertreter sitzen.

Am Donnerstag wurde bekannt, dass die Deutsche Börse mitten in den Fusionsverhandlungen mit der LSE ihre Tochtergesellschaft in den USA veräußert hat. Das Frankfurter Unternehmen verkauft die US-Optionsbörse ISE für 1,1 Milliarden Dollar an den amerikanischen Konkurrenten Nasdaq. Deutschlands größter Börsenbetreiber stärkt damit seine Bilanz und verbessert aus Sicht von Experten seine Position in einem möglichen Bieterwettstreit um die LSE. Ob der Deal mit London am Ende zustande kommt, steht allerdings in den Sternen. Equinet-Analyst Philipp Häßler bezifferte die Chancen am Donnerstag auf weniger als 50 Prozent – wegen drohender Gegenangebote und möglicher Widerstände der Wettbewerbshüter.

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