Prognose der IEA: Niedergang der Fracking-Industrie stärkt Ölpreise

Prognosen der Internationalen Energie Agentur zufolge könnten die Ölpreise das Schlimmste hinter sich haben. Die Überproduktion sinke, weil immer mehr Frackingfirmen aus dem Markt gedrängt werden. Vor einem Monat ging die Agentur noch von einem starken Überangebot aus.

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Die Preise für Erdöl könnten der Internationalen Energie Agentur (IEA) zufolge ihren Tiefpunkt bereits durchschritten haben und langfristig wieder steigen. Den Hauptgrund für diese neueste Prognose sieht die Agentur in abnehmenden Fördermengen außerhalb des OPEC-Kartells, welche zu einem Rückgang des globalen Überangebots führen. Besonders amerikanische Fracking-Unternehmen mussten aufgrund des hohen Kostendrucks in der jüngsten Vergangenheit aus dem Markt aussteigen. Der Bericht der IEA hat am Freitag zu steigenden Ölpreisen beigetragen. Der Preis für die Sorte Brent legte um rund 1,5 Prozent auf rund 40,80 Dollar zu. Öl der Sorte WTI verteuerte sich um fast 2 Prozent auf 40,30 Dollar pro Barrel (159 Liter).

Die Ölproduktion außerhalb der OPEC werde im laufenden Jahr durchschnittlich rund 750.000 Barrel tiefer liegen als im vergangenen Jahr, so die IEA. Diese liege einerseits an der Krise der amerikanischen Schieferöl-Industrie, andererseits aber auch an Förderrückgängen im Irak und in Nigeria. Der Iran würde seine Produktion nach Aufhebung der Sanktionen der IEA zufolge langsamer als angenommen erhöhen.

„Es gibt Anzeichen dafür, dass die Preise ihren Tiefpunkt durchschritten haben. Für die Preise gibt es vielleicht Licht am Ende eines sehr langen, dunklen Tunnels“, verkündete die IEA am Freitag in ihrem jüngsten Marktreport. Seit Januar, als sie ein 12-Jahres-Tief erreichten, sind die Ölpreise im Schnitt um rund 50 Prozent gestiegen.

Auffällig ist die deutlich veränderte Einschätzung der Marktsituation durch die IEA. In ihrem letzten Report im vergangenen Monat ging die Agentur noch davon aus, dass der Markt von Öl „überflutet bleibt“. Allerdings verweist die IEA selbst darauf, dass sich die Relation von Angebot und Nachfrage – die derzeit ein hohes Überangebot generiert – im „Wesentlichen nicht verändert habe“, wie Bloomberg schreibt. Die Lagerbestände sind derzeit weltweit sehr hoch und dürften langfristig eine Steigerung der Preise deshalb eigentlich verhindern.

Darauf deutet ein ebenfalls am Freitag veröffentlichter Bericht von Bloomberg hin. Dieser spricht davon, dass die Ölpreise in den kommenden Wochen wieder deutlich sinken könnten, da sich die Lagerbestände in den USA ihrem Maximum nähern und noch bis April weiter anschwellen dürften.

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