Industrie im Euro-Raum fährt Produktion deutlich hoch

Die Volkswirtschaften der Euro-Zone sind gut in das laufende Jahr gestartet. Insgesamt stellten sie im Januar über 2 Prozent mehr her als im Dezember. Die EZB hatte die jüngste Ausweitung der geldpolitischen Maßnahmen zuvor auch mit schwachen Aussichten für die europäische Wirtschaft begründet.

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Die Industrie im Euro-Raum ist mit dem stärksten Produktionsplus seit September 2009 in das laufende Jahr gestartet, wie Reuters meldet. Die Betriebe in den 19 Staaten stellten im Januar 2,1 Prozent mehr her als Ende 2015 und übertrafen damit leicht die Erwartungen der Finanzmärkte, wie das Statistikamt Eurostat am Montag mitteilte. Im November (minus 0,2 Prozent) und Dezember (minus 0,5 Prozent) hatte es noch Rückgänge gegeben. Für das größte Plus sorgten im Januar mit 3,9 Prozent die Hersteller von Maschinen, Anlagen und anderen Investitionsgütern, die Energieproduktion stieg um 2,4 Prozent.

In den drei größten Volkswirtschaften im Währungsraum – Deutschland, Frankreich und Italien – ging es jeweils deutlich bergauf. In Spanien hingegen sank die Produktion um 0,2 Prozent. Italiens Industrie erreichte das stärkste Produktionsplus seit August 2011. Die Unternehmen stellten 1,9 Prozent mehr her als im Vormonat und übertrafen damit klar die Erwartungen der Finanzmärkte. Die nach Deutschland und Frankreich drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone hatte 2015 im Jahresverlauf immer mehr Schwung verloren, aber unter dem Strich mit 0,8 Prozent nach drei Jahren Rezession erstmals wieder ein Wachstum geschafft.

Umfragen hatten zuletzt ergeben, dass der Aufschwung in der Industrie der Euro-Zone an Tempo verliert. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte jüngst ihre Konjunkturprognose und lockerte ihre Geldpolitik überraschend kräftig mit dem erklärten Ziel, das Wachstum anzukurbeln und die Inflation zu erhöhen. Es könne sein, dass sich die Abschwächung in den Februar-Daten niederschlage, sagte Analyst Bert Colijn von der Großbank ING. „Aber die ersten Anzeichen für das Wachstum im ersten Quartal 2016 enttäuschen nicht.“

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