Russisches Gericht vertagt Urteilsspruch gegen ukrainische Kampf-Pilotin

Im Prozess gegen die ukrainische Kampfpilotin Nadja Sawtschenko hat das Gericht die Urteilsverkündung auf Dienstag vertagt. Ihr Anwalt rechnet mit einem Schuldspruch. Die Anklage fordert 23 Jahre Haft.

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Im Prozess gegen die ukrainische Kampfpilotin Nadja Sawtschenko hat das Gericht im südrussischen Donezk die Urteilsverkündung auf Dienstag vertagt. Das Gericht hatte am Montag mit der Urteilsverlesung begonnen und rund sechs Stunden lang Details zu dem Fall dargelegt. Schließlich teilte das Gericht aber mit, dass die Urteilsverkündung für die Nacht unterbrochen und am Dienstag um 08.00 Uhr MEZ fortgesetzt werde.

Russische Nachrichtenagenturen hatten zwischenzeitlich berichtet, Sawtschenko sei bereits schuldig gesprochen worden. Ihr Verteidiger Mark Feigin stellte daraufhin aber klar, es seien vorerst nur „die Einleitung und erklärende Teile“ der Urteilsschrift verlesen worden. Er rechnete allerdings fest mit einem Schuldspruch. Für die Verkündung der Gerichtsentscheidung waren von vornherein zwei Tage angesetzt worden.

Sawtschenko soll laut Anklage im Sommer 2014 der ukrainischen Armee den Aufenthaltsort von zwei russischen Fernsehjournalisten in der Ostukraine mitgeteilt haben, woraufhin diese durch Granatbeschuss getötet wurden. Die 34-Jährige, die gegen die prorussischen Rebellen kämpfte, weist die Vorwürfe zurück.

Aus Protest gegen ihre Inhaftierung in Russland trat Sawtschenko während ihrer Zeit im Gefängnis bereits mehrfach in den Hungerstreik. Die Regierung in Kiew und westliche Verbündete kritisieren den Prozess als politisch motiviert und fordern die Freilassung der Pilotin. Die Anklage fordert 23 Jahre Haft.

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