Staatsanwalt: Ein Attentäter von Brüssel ist noch auf der Flucht

Ein Attentäter vom Brüsseler Flughafen ist noch nicht gefasst. Zwei Brüder wurden bisher als Attentäter identifiziert, die Identität eines weiteren Selbstmordattentäters konnte noch nicht geklärt werden.

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Die belgische Polizei veröffentlichte dieses Foto von einer Überwachungskamera. Es soll drei Verdächtigte am Flughafen von Brüssel Zaventem zeigen. (Foto: BELGA PHOTO/BELGIAN FEDERAL POLICE)

Die belgische Polizei veröffentlichte dieses Foto von einer Überwachungskamera. Es soll drei Verdächtigte am Flughafen von Brüssel Zaventem zeigen. (Foto: BELGA PHOTO/BELGIAN FEDERAL POLICE)

Die belgischen Ermittler haben zwei der Selbstmordattentäter der Brüsseler Anschläge als Brüder identifiziert. Der Anschlag auf die U-Bahn im Europa-Viertel sei durch Khalid El Bakraoui verübt worden, sagte Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw am Mittwoch. Sein Bruder Ibrahim sei einer der beiden Selbstmordattentäter am Flughafen gewesen. Er habe sich in der Abflughalle in die Luft gesprengt.

Bei den Anschlägen waren am Dienstag nach den jüngsten Angaben der Staatsanwaltschaft 31 Menschen getötet und 270 weitere verletzt worden. Diese Bilanz sei aber weiter vorläufig und könne sich „unglücklicherweise in den kommenden Stunden verändern“, sagte Van Leeuw offenbar mit Blick auf viele Schwerstverletzte.

Die Identität des zweiten Selbstmordattentäters am Flughafen konnte dem Staatsanwalt zufolge bisher nicht geklärt werden. Dies gelte auch für einen dritten Mann, der in einer hellen Jacke und mit Hut auf Fahndungsfotos zu sehen ist. Er befindet sich Van Leeuw zufolge „auf der Flucht“.

Der Sprengsatz in der von ihm zurückgelassenen Tasche sei der größte gewesen. Er sei erst explodiert, als Sicherheitskräfte ihn kontrolliert sprengen wollten, „weil er so instabil war“.

Der Flughafenattentäter Ibrahim El Bakraoui sei anhand von Fingerabdrücken identifiziert worden, sagte der Staatsanwalt. Er sei am 9. Oktober 1986 in Brüssel geboren worden und belgischer Staatsbürger gewesen.

Er hinterließ dem Staatsanwalt zufolge eine Art „Testament“, das auf einem Computer in einem Mülleimer im Brüsseler Viertel Schaerbeek gefunden worden sei. In diesem habe er geschrieben: „Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll, überall gejagt, nicht mehr sicher.“ Er habe angegeben, er wolle „nicht in einer Zelle“ landen.

Auch sein Bruder Khalid El Bakraoui sei anhand von Fingerabdrücken identifiziert worden, sagte der Staatsanwalt. Er habe sich in der Station Maelbeek im zweiten Wagen der U-Bahn in die Luft gesprengt. Auch er hat die belgische Staatsangehörigkeit und wurde am 12. Januar 1989 in Brüssel geboren. Beide seien der Polizei wegen zahlreicher Delikte bekannt gewesen, hätten aber nicht unter Terrorismusverdacht gestanden.

Bei den Anschlägen in Belgien sind auch Deutsche verletzt worden. „Wir müssen leider bestätigen, dass unter den bei dem Terroranschlag verletzten Personen auch deutsche Staatsangehörige sind, darunter mindestens eine schwer verletzte Person“, teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin mit. Aus dem Ministerium hieß es weiter, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Deutsche auch unter den Todesopfern seien.

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