Ramelow will Flüchtlinge aus Idomeni nach Thüringen holen

Thüringens Ministerpräsident Ramelow will bis zu 2.000 Flüchtlinge aus dem griechischen Idomeni nach Thüringen holen. Die Erstaufnahme-Einrichtungen hätten ausreichend Kapazitäten. Die Wirtschaft in Thüringen mache sich bereits Sorgen, weil keine Flüchtlinge mehr ins Land kommen.

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Bodo Ramelow mit Papst Franziskus im Februar bei einem Besuch im Vatikan. (Foto: EPA/OSSERVATORE ROMANO)

Bodo Ramelow mit Papst Franziskus im Februar bei einem Besuch im Vatikan. (Foto: EPA/OSSERVATORE ROMANO)

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ist zur Aufnahme weiterer Flüchtlinge etwa aus dem griechischen Grenzort Idomeni bereit. „Wir können unseren Teil zu einer europäischen Kontingentlösung beitragen, sagte Ramelow dem Spiegel. Derzeit stünden von zehn Erstaufnahmeunterkünften im Freistaat sieben leer.

Ramelow zufolge könnte Thüringen im Rahmen einer koordinierten Aktion mehrerer Bundesländer „1000 bis 2000 Flüchtlinge“ aufnehmen, „die im griechischen Idomeni gestrandet sind und verzweifelt auf Hilfe hoffen“. Voraussetzung sei, dass die Bundesregierung in Visafragen und bei der Logistik helfe.

In einem völlig überfüllten Camp in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze sitzen mehr als zehntausend Flüchtlinge fest, weil Mazedonien die Grenze geschlossen hat.

Die Bereitschaft Ramelows zur Aufnahme weiterer Flüchtlinge wird offenbar von Seiten der Wirtschaft positiv gesehen. „Ich wurde schon von Arbeitgebern angesprochen, die sich Sorgen machen, dass nun keine Flüchtlinge mehr zu uns kommen“, sagte der Linken-Politiker dem „Spiegel“.

Dem Magazin zufolge beschäftigt sich die Linke derzeit mit der Beurteilung ihres flüchtlingsfreundlichen Kurses durch die Wähler. Dieser habe einer parteiinternen Analyse zufolge Stimmen bei den Landtagswahlen gekostet.

Selbst einem Drittel der eigenen Wähler in Sachsen-Anhalt sei die Sicht der Linkspartei auf Flüchtlinge zu positiv, heißt es dem Bericht zufolge in dem Papier der Linken-Bundesgeschäftsstelle. Die Partei wolle aber deswegen ihre „programmatisch grundlegenden Positionen nicht aufgeben oder ändern“.

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