Aschaffenburg: Angreifer attackieren Demo von Türken

Bei einer von einem türkischen Staatsbürger organisierten Demonstration hat eine Gruppe von Unbekannten die Demonstranten mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen. Es soll sich um Kurden handeln. Ein Polizist wurde leicht verletzt.

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Ausschreitungen bei einer von einem türkischen Staatsbürger angemeldeten Demo in Aschaffenburg. (Screenshot: Youtube)

Ausschreitungen bei einer von einem türkischen Staatsbürger angemeldeten Demo in Aschaffenburg. (Screenshot: Youtube)

Mit Steinen und Feuerwerkskörpern haben mehrere Personen am Sonntag in Aschaffenburg eine von Türken organisierte Anti-Terror-Demonstration angegriffen. Anschließend verbarrikadierten sie sich in einem Haus und attackierten vom Dach aus die Polizei, wie das Polizeipräsidium Unterfranken mitteilte. Erst nachdem die Beamten Verstärkung angefordert hatten, gelang es ihnen am Abend, alle 32 Personen in dem Haus vorläufig festzunehmen. Die Polizei sagt, dass es sich ihren Ermittlungen zufolge um Kurden handeln soll.

Wie die Polizei mitteilte, hatten sich am Sonntagnachmittag rund 600 Menschen einem Demonstrationszug unter dem Motto «Gemeinsam gegen den Terror» angeschlossen, der von einem türkischen Staatsbürger angemeldet worden war. Dieser sei plötzlich von rund 30 Unbekannten attackiert worden. Als die Polizei dazwischenging, sei ein Beamter von einem Böller am Kopf getroffen. Dieser sei jedoch erst später explodiert, weshalb der Beamte nur leicht verletzt worden sei.

Die Angreifer flüchteten danach in ein Haus und verweigerten jede Kontaktaufnahme. Vom Dach des Hauses aus seien Steine und Feuerwerkskörper auf die Beamten geschleudert worden. Die Polizei forderte Verstärkung an, auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Als die Beamten schließlich in das Haus eindrangen, ließen sich laut Polizeibericht alle Personen widerstandslos festnehmen.

Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungsverfahren gegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs, der versuchten gefährlichen Körperverletzung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz ein.

Die Pressemitteilung der Polizei im Wortlaut:

Im Zuge einer Versammlung ist es am Ostersonntagnachmittag zu einem größeren Polizeieinsatz in der Innenstadt gekommen. Zunächst Unbekannte hatten im Bereich des Hauptbahnhofs Teilnehmer einer ordnungsgemäß angezeigten Versammlung u.a. mittels Steinwürfen angegriffen. Die Aschaffenburger Polizei konnte sofort eingreifen und eine mögliche weitere Eskalation vor Ort verhindern. 32 Personen wurden vorläufig festgenommen und entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet. Diese werden voraussichtlich nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt. Während des Polizeieinsatzes versammelten sich zahlreiche Personen an den Absperrungen.

Im Vorfeld war von einem türkischen Staatsangehörigen aus dem Landkreis Aschaffenburg eine Versammlung mit 200 Teilnehmern unter dem Motto „Gemeinsam gegen den Terror“ bei der zuständigen Versammlungsbehörde für den Ostersonntagnachmittag angezeigt worden. Am Ausgangspunkt der Versammlung im Bereich der Frohsinnstraße versammelten sich gegen 14.00 Uhr circa 600 Personen, die nach einer Auftaktkundgebung über die Weißenburger Straße und die Kolpingstraße in die Ludwigstraße abbogen. Die Aschaffenburger Polizei begleitete die Versammlung mit einem größeren Polizeiaufgebot.

Als der Großteil der Versammlung kurz nach 15.00 Uhr den Dämmer Steg im Bereich des Busbahnhofs passiert hatte, wurden sie vom Steg aus von etwa 30 Personen, die nach polizeilichen Erkenntnissen der Volksgruppe der Kurden angehören, verbal sowie mittels Böller- und Steinwürfen angegriffen. Die Aschaffenburger Polizei konnte sofort dazwischen gehen, so dass es zu keinem Zusammentreffen kam und von den Versammlungsteilnehmern dem Sachstand nach niemand verletzt wurde. Ein Polizeibeamter wurde von einem Böller am Kopf getroffen. Glücklicherweise detonierte der Feuerwerkskörper erst kurze Zeit später, so dass der Beamte dem Sachstand nach leicht verletzt wurde.

Die etwa 30 Personen zählende Gruppe rannte in der Folge über den Dämmer Steg bis zu einem Wohn- und Geschäftshaus in der Ottostraße. Polizeibeamte konnte dies beobachten und den Bereich absperren. Hierbei wurden die Aschaffenburger Einsatzkräfte von Kollegen aus dem benachbarten Hessen unterstützt. In der Folge scheiterten mehrere Versuche, mit den Personen im Haus Kontakt aufzunehmen und diese zum Verlassen des Anwesens zu bewegen. Vielmehr zeigten diese sich weiterhin aggressiv. So wurden von dem Dach des Hauses Steine und Feuerwerkskörper in Richtung der Beamten geworfen.

Unter Einsatzleitung der Aschaffenburger Polizei wurden Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei aus Würzburg, Diensthundeführer der Operativen Ergänzungsdienste und auch ein Polizeihubschrauber hinzugezogen.

Gegen 17.45 Uhr betrat die Polizei das Anwesen und nahm alle 32 sich dort aufhaltenden Personen widerstandslos vorläufig fest. Es wurden strafrechtliche Ermittlungsverfahren u.a. wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs, der versuchten gefährlichen Körperverletzung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz eingeleitet. Die vorläufig festgenommenen Personen werden voraussichtlich im Laufe des Abends nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Die Ermittlungen der Beamten gegen alle möglichen Beteiligten dauern indes an.

Der Polizeieinsatz dauert zur Stunde (20.45 Uhr) noch an. An den Absperrungen versammelten sich zahlreiche Personen. Ein Polizeihubschrauber ist weiterhin im Einsatz.

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