Indischer Stahlkonzern Tata will bei ThyssenKrupp einsteigen

Der indische Konzern Tata Steel ist offenbar an der europäischen Stahlsparte von ThyssenKrupp interessiert. Diskutiert werde eine Beteiligung in einem Joint Venture. Die Aussicht auf eine Konsolidierung der Branche trieb den Aktienkurs von ThyssenKrupp in die Höhe.

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Der indische Konzern Tata Steel will einem Medienbericht zufolge bei der europäischen Stahlsparte von ThyssenKrupp einsteigen. Die Gespräche seien weit fortgeschritten, meldete die Rheinische Post unter Berufung auf Berliner Regierungskreise. Mehrere Varianten würden diskutiert. Dabei werde keine klassische Übernahme favorisiert, sondern ein Joint Venture mit der Option, zu einem späteren Zeitpunkt den Anteil auszubauen. Ein ThyssenKrupp-Sprecher sagte: „Wir kommentieren Spekulationen grundsätzlich nicht.“ ThyssenKrupp stehe weiter dazu, dass eine Konsolidierung der Branche Sinn mache. Zuletzt hatte die Stahlsparte dem Unternehmen aus Essen immer größere Sorgen bereitet. Wie der gesamten Branche machen Thyssenkrupp Überkapazitäten, Preisdruck und Billigimporte aus China zu schaffen.

Erst am Mittwoch hatte Tata mitgeteilt, sich vollständig aus Großbritannien zurückzuziehen. Seitdem hatten Fusionsfantasien die Stahlbranche beflügelt. Seit Dienstag sind die Aktien von ThyssenKrupp um rund fünfzehn Prozent gestiegen. „ThyssenKrupp und Tata werden als die beste Lösung in Europa gesehen, produktseitig und regional“, kommentierte Analyst Schlamp.

Die Spekulationen auf eine Kooperation haben die Aktien von ThyssenKrupp am Freitag beflügelt. Die Papiere schossen bis zu 5,8 Prozent nach oben auf ein Vier-Monats-Hoch von 19,32 Euro. Damit waren sie einziger Gewinner im Leitindex Dax, der 1,7 Prozent verlor. Im Sog dessen zogen auch Salzgitter an, die rund ein Prozent zulegten.
„Das Stahlgeschäft in Europa ist für Thyssen immer noch ein Klotz am Bein, ein Joint Venture wäre eine gute Lösung“, sagte ein Händler. „Vielleicht trennen sie sich ja irgendwann auch komplett davon und konzentrieren sich auf ihre Wachstumstreiber, das wäre auf jeden Fall positiv.“ Auch DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp rechnet damit, dass ThyssenKrupp mittel- bis langfristig einen kompletten Ausstieg aus dem Stahlgeschäft anstreben dürfte.

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