Stimmung in Japans Industrie deutlich verschlechtert

Die japanische Industrie steuert auf eine Rezession zu. Wie aus dem Tankan-Bericht der Zentralbank hervorgeht, sind die Bewertung der aktuellen Lage sowie die Aussichten in allen untersuchten Teilbereichen negativ.

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Die Stimmung in den japanischen Industriebetrieben ist laut einer Umfrage auf das schlechteste Niveau seit fast drei Jahren gefallen, wie Reuters meldet. Der entsprechende Index habe sich in den drei Monaten zu März auf sechs von zuvor zwölf Punkten verschlechtert, geht aus der am Freitag veröffentlichten Tankan-Studie der japanischen Notenbank hervor. Im kommenden Quartal werde mit einem weiteren Rückgang gerechnet. Ökonomen hatten im Schnitt acht Punkte erwartet.

Die Umfrage dürfte den Druck auf Ministerpräsident Shinzo Abe und die Notenbank erhöhen, der schwächelnden Wirtschaft stärker unter die Arme zu greifen. Dem Bericht zufolge haben viele große Firmen trotz der Notenbank-Bemühungen, Firmen zu mehr Risikofreude bei ihren Ausgaben zu bewegen, Investitionsvorhaben gestutzt. Beobachter halten es für möglich, dass Abe nun die für kommendes Jahr geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer verschiebt. Zugleich stünden die Währungshüter unter Druck, ihre Geldpolitik weiter zu lockern.

Japans Wirtschaft ist im Schlussquartal 2015 wegen schwacher Exporte und geringerem Konsum geschrumpft. Viele Ökonomen gehen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung auch zu Jahresbeginn zurückgegangen ist. Damit wäre die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt nach den USA und China zurück in der Rezession.

 

Einzelheiten zum Tankan-Bericht aus dem Briefing der Bremer Landesbank:

 

Tankan-Index nahezu durchgehend enttäuschend!

Der viel beachtete Tankan-Index, der Auskunft über die Gemütslage in unterschiedlichen Bereichen der japanischen Wirtschaft gibt, lieferte für das erste Quartal 2016 nahezu durchgehend eine herbe Enttäuschung.

Der Index der großen Produzenten sank von 12 auf 6 Punkte (Prognose 8).

Der Erwartungsindex der großen Produzenten ging von 7 auf 3 Zähler zurück (Prognose 6).

Der Index der kleinen Produzenten fiel von 0 auf -4 Punkte (Prognose -3).

Der Erwartungsindex kleiner Produzenten sank von -4 auf -6 Zähler (Prognose -5).

Der Index der großen Dienstleister fiel von 25 auf 22 Punkte (Prognose 24).

Der Erwartungsindex der großen Dienstleister ging von 18 auf 17 Zähler zurück (Prognose 21).

Der Index der kleinen Dienstleister sank von 5 auf 4 Punkte (Prognose 4).

Der Erwartungsindex der kleinen Dienstleister fiel von 0 auf -3 Zähler (Prognose 0).

Die Schätzung der Kapitalinvestitionen der großen Unternehmen fiel von +10,8% auf -0,9%.

Die Schätzung der Kapitalinvestitionen der kleinen Unternehmen sank von -0,2% auf -19,3%.

 

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