BMW und Daimler haben Produktion von Apple-Auto abgelehnt

Daimler und BMW haben offenbar ein Angebot zur Zusammenarbeit mit Apple abgelehnt. Der amerikanische IT-Riese wollte angeblich gemeinsam ein Auto herstellen. Das Projekt soll an Streit um die Projekt-Leitung und die Datenhoheit gescheitert sein.

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Die deutschen Autokonzerne Daimler und BMW haben offenbar ein Angebot von Apple zur gemeinsamen Produktion eines Autos abgelehnt. Der amerikanische IT-Riese habe beiden Unternehmen ein Angebot zur Produktion eines eigenen Fahrzeugs gemacht. Allerdings habe man sich mit keinem der Unternehmen letztlich einigen können, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Insider.

In der Tat hat BMW in der Vergangenheit wiederholt gesagt, man sei mit Apple im Gespräch. BMW-Produktions-Chef Zipse konnte sich noch im Juli 2015 eine Zusammenarbeit mit Google oder Apple beim Bau von Autos vorstellen. Der Konzern schließe nicht aus, für einen IT-Konzern Fahrzeuge zu fertigen, so Zipse damals. „Wir leben in einer Partnerschafts-Welt. Man muss miteinander reden.“. Apple-Chef Tim Cook soll damals sogar BMW-Produktions-Werke besucht haben. Konkrete Details wollte der Autobauer jedoch nicht nennen.

Grund für das Scheitern der Gespräche sei nun dem Zeitungs-Bericht zufolge der Streit darüber gewesen, wer das Projekt am Ende leitet. Auch um die Datenhoheit habe es Streit gegeben. Uneinigkeit herrschte vor allem darüber, wer die von dem Fahrzeug gewonnen Daten erhält und wie sie verarbeitet werden. Apple habe darauf bestanden, dass die iCloud bei dem Projekt die Hauptrolle spiele. Offenbar war dies den deutschen Autobauern zu heikel.

Die Datenverarbeitung ist bei autonomen Fahrzeugen der Knackpunkt: Hier haben die Autobauer derzeit Nachholbedarf und sind oft auf Kooperationen mit Technologieunternehmen angewiesen. Dabei entsteht ein Konkurrenzkampf um die Daten-Hoheit im Auto.  Entsprechend hat BMW etwa im vergangenen Jahr mit Audi und Daimler gemeinsam den Karten- und Navigationsdienst von Nokia gekauft, um die Entwicklung fahrerloser Autos voranzutreiben. Auch der Fahrdienst Uber und Facebook seien interessiert an den digitale Straßenkarten, die für die Entwicklung fahrerloser Autos benötigt werden. Nokia hingegen wartet ab und hofft auf noch höhere Gebote.

BMW hat diesbezüglich bereits eine Kooperation in China: Der chinesische Internetkonzern Baidu hat zusammen mit BMW ein fahrerloses Auto erstmals in Peking getestet. Der umgebaute 3er-BMW fuhr insgesamt 30 Kilometer vollautonom durch die chinesische Hauptstadt. Baidu liefert die Software für den Prototypen.

Doch auch ohne Zusagen für eine Kooperation zapft Apple offenbar Fachwissen aus der deutschen Autobranche an. Jüngst wurde bekannt, dass Apple sein Auto offenbar in Deutschland entwickeln lässt. 15 bis 20 Experten aus der deutschen Autobranche sollen sich in einem geheimen Labor in Berlin Gedanken über das Auto der Zukunft machen. Schon zuvor war Apple dafür bekannt geworden, Ingenieure der Autobauer abzuwerben.

Für die Fertigung des iCars ist Apple demnach neuerdings mit einem Zulieferer aus Österreich im Gespräch: Magma könnte die Fahrzeuge in Graz fertigen, so ein Bericht der FAZ.

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