USA planen mit Verbündeten mehr Militär-Einsätze in Syrien

Die UN sieht, dass die Lage in Syrien immer weiter außer Kontrolle gerät. Die Vereinten Nationen haben an die Präsidenten Obama und Putin appelliert, eine neue Friedensinitiative zu starten. Doch die US-Militärs treffen sich in Stuttgart mit ihren Verbündeten - wohl um den Kampfeinsatz zu verstärken.

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Die UN fordern angesichts der eskalierenden Kämpfe in Syrien dringend eine neue Friedensinitiative von US-Präsident Barack Obama und Russlands Staatschef Wladimir Putin. Der laufende Prozess sei kaum noch am Leben, sagte der Syrien-Gesandte Staffan de Mistura am Donnerstag.

Die im Februar ausgerufene, immer brüchigere Waffenruhe war auf Drängen Russlands und der USA zustande gekommen. Nun drohe sie in Aleppo und mindestens drei anderen Orten zu scheitern, sagte De Mistura. „Deswegen mein Aufruf zu einer dringenden amerikanisch-russischen Initiative auf höchster Ebene.“ Obama und Putin „müssen wiederbeleben, was sie geschaffen haben, aber das heute kaum noch am Leben ist“. In den vergangenen 48 Stunden sei im Schnitt alle 25 Minuten ein syrischer Zivilist ums Leben gekommen.

De Mistura hatte die Zahl der Toten in dem fünfjährigen Konflikt jüngst auf 400.000 geschätzt. Er führt die Friedensverhandlungen in Genf zwischen den Aufständischen und der syrischen Regierung. Allerdings haben die von Saudi-Arabien finanzierten Söldner die Gespräche abgebrochen. Die Sprecher der Söldner hatten ihre Truppen aufgefordert, den Kampf mit äußerter Härte wieder aufzunehmen.

Im Mai sollten die Treffen fortgesetzt werden, sagte De Mistura am Donnerstag. Einen konkreten Termin nannte er jedoch nicht. Außenminister Frank-Walter Steinmeier lud de Mistura zu Beratungen nach Berlin ein.

Die Verteidigungsminister der US-geführten Militärallianz im Syrien-Krieg kommt in der kommenden Woche in Stuttgart zusammen. Die Beratungen in der baden-württembergischen Landeshauptstadt sollen am Mittwoch stattfinden, wie am Donnerstag aus Kreisen der Bundesregierung in Berlin verlautete. Neben US-Ressortchef Ashton Carter nimmt demnach unter anderem Bundesverteidigungsministerin Ursula von Leyen (CDU) teil.

Aus Kreisen von Carters Ministerium in Washington hatte es zuvor geheißen, der US-Verteidigungsminister werde in der kommenden Woche für zwei Tage nach Stuttgart reisen. Dort wolle er Kollegen aus mehreren an der Koalition beteiligten Staaten treffen.

In Stuttgart ist das sogenannte Europäische Kommando der US-Streitkräfte angesiedelt. Der US-geführten Syrien-Koalition gehören mehr als 60 Staaten an, darunter auch Deutschland.

Seit dem Jahr 2014 bekämpft die Allianz offiziell die Terror-Miliz IS in Syrien und im Irak. Zahlreiche andere Milizen und islamistische Gruppierungen sind ebenfalls im Einsatz. Sie werden von den Golf-Staaten – also den engsten Verbündeten der Nato – unterstützt und finanziert. Russland unterstützt die syrische Regierung beim Versuch, die Kontrolle über das eigene Territorium zurückzugewinnen.

Die US-Allianz wird allerdings keine Friedensmission starten, sondern ihren Kampfeinsatz verstärken: Obama will weitere Soldaten nach Syrien entsenden. Er hatte am Montag angekündigt, dass bis zu 250 zusätzliche Militärs für den Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) in das Land geschickt werden. Damit steigt die Zahl der US-Soldaten in Syrien auf etwa 300.

Bereits Anfang des Monats hatte Reuters von Insidern erfahren, dass die Regierung in Washington eine Aufstockung ihrer Spezialeinheiten in Syrien erwägt. Derzeit sind etwa 50 Sondereinsatzkräfte als Militärberater für syrische Rebellen hinter der Front im Einsatz. Die Islamisten wurden zuletzt zurückgedrängt. So gelang es der Armee mit Hilfe russischer Luftangriffe, die strategisch wichtige antike Wüstenstadt Palmyra zurückzuerobern. Zudem tötete das US-Militär mit Luftschlägen mehrere IS-Anführer.

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