Atomkraft: Niederlande und Belgien geben Jod-Tabletten aus

Nach Belgien weiten nun auch die Niederlande die Versorgung ihrer Bevölkerung mit Jod-Tabletten aus. Die Tabletten sollen im Fall eines Atomunfalls gegen die Verstrahlung helfen. Die Wirkung ist jedoch umstritten.

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Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte. (Foto: Flickr/Sebastaan ter Burg)

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte. (Foto: Flickr/Sebastaan ter Burg)

Die Niederlande haben 15 Millionen Jodtabletten geordert,  die für den Fall eines Atomunfalls an die Bevölkerung verteilt werden sollen.  Alle Kinder und Jugendliche im Land sollten neuen Richtlinien zufolge  Tabletten bekommen, teilte am Freitag eine Sprecherin des  Gesundheitsministeriums mit. Zudem sollten alle schwangere Frauen versorgt  werden, die im Umkreis von hundert Kilometer um Atomanlagen leben.

Die Jodtabletten sollen im Falle eines Atomunfalls die Schilddrüse vor
radioaktiver Verstrahlung schützen, berichtet die AFP. Bisher hatten in den Niederlanden alle Menschen bis zum Alter von 40 Jahren ein Anrecht auf kostenlose Versorgung,  wenn sie weniger als 20 Kilometer von einem Atomkraftwerk entfernt wohnen. Nun  wird die Verteilung auf alle Minderjährigen im Land sowie Schwangere im  Umkreis von hundert Kilometern ausgeweitet.

Die Niederlande haben ein Atomkraftwerk in Borssele im Westen des Landes.  Allerdings sind auch das deutsche Kernkraftwerk Emsland und die beiden  belgischen Zentralen Tihange und Doel nicht weit von der Grenze entfernt. Am  Donnerstag hatte bereits Belgien angekündigt, alle seine rund elf Millionen  Einwohner kostenlos mit Jodtabletten versorgen zu wollen.

Die Wirkung der Jodtabletten im Ernstfall ist umstritten. So erklärte die  Umweltorganisation Greenpeace: „Jodtabletten schützen etwa so gut vor einem
Reaktorunfall wie ein Cocktailschirmchen vor einem Wolkenbruch.“

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