Italien: Faule Kredite belasten Monte Paschi

Die italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena bleibt unter Druck. Zwar hat sie ihren Gewinn um 28 Prozent steigern können. Doch gleichzeitig wuchs auch der Berg an faulen Krediten auf fast 50 Milliarden Euro an.

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Die italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena profitiert von einer leichten Entspannung im Kreditgeschäft. Weil die Belastungen durch die Ausfälle von Darlehen und auch die Kosten sanken, stieg der Nettogewinn im ersten Quartal binnen Jahresfrist überraschend kräftig um 28 Prozent auf 93 Millionen Euro, wie das drittgrößte Geldhaus des Landes am Donnerstag mitteilte. Allerdings bleibt das Institut unter Druck, denn der Berg an faulen Krediten wuchs um weitere 380 Millionen auf 47 Milliarden Euro. Zugleich zogen wie schon im Vorquartal einige Kunden Gelder ab. Die Einlagen sanken um 5,6 Prozent.

Auch die Kernkapitalquote ging laut Reuters leicht auf 11,4 Prozent zurück. Sie liegt aber noch deutlich über den 10,2 Prozent, die die Europäische Zentralbank (EZB) von dem traditionsreichen Institut aus der Toskana in diesem Jahr fordert. Vorstandschef Fabrizio Viola sagte, dies sei kein Grund zur Sorge und im Zuge einer verstärkten Kreditvergabe geschehen. Auch die Bankeinlagen hätten sich seit März wieder erholt. Anleger reagierten zuletzt verunsichert auf Spekulationen über zu viele faule Kredite bei der Bank. Seit Jahresbeginn hat sich der Aktienkurs in etwa halbiert.

Die Bank war wegen eines verlustreichen Derivate-Geschäfts und Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise in Schieflage geraten und wiederholt auf Staatshilfen angewiesen. Im vergangenen Jahr hatte das Institut dank Sondererträgen erstmals seit 2010 wieder schwarze Zahlen geschrieben.

Wie Ende April bekannt wurde, werden die Derivate-Geschäfte der Deutschen Bank mit der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi juristisch überprüft. Die Mailänder Staatsanwaltschaft ermittle in einer laufenden Untersuchung, zu der Transaktionen der Deutschen Bank mit Monte Paschi aus dem Jahr 2008 gehörten, teilte das größte deutsche Geldinstitut mit. Das Bankhaus betonte, mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Beide Banken hatten Ende 2013 einen Streit beigelegt.

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