Medien: Davutoglu war der letzte Premier der türkischen Republik

Für das türkische Amt des Premierministers bieten sich der türkische Verkehrsminister Binali Yıldırım und Justizminister Bekir Bozdağ an. Yıldırım ist ein enger Vertrauter des türkischen Staatschefs Erdoğan. Bozdağ gilt als geschmeidiger Befehlsempfänger.

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EurActiv berichtet, dass der Regierungssprecher Numan Kurtulmuş und der Justizminister Bekir Bozdağ als Nachfolger von Davutoğlu gehandelt werden.

Der Chefredakteur der Zeitung Hürriyet, Ertuğrul Özkök, ist der Ansicht, dass der Justizminister Bekir Bozdağ sehr gute Chancen hat, Premierminister zu werden. Davutoğlu sei der „letzte Premierminister der Türkischen Republik“ gewesen. Damit macht Özkök eine Anspielung auf Bozdağs Unterwürfigkeit. Der Justizminister gilt in der Türkei als reiner Befehlsempfänger und nicht als Führungspersönlichkeit. Im Jahr 2013 hatte der türkische Journalist Murat Alperen berichtet, dass Bekir Bozdağ aufgrund seiner Unterwürfigkeit von seinen eigenen Parteikollegen als „Bekir, das Mädchen“ und „Bekir, unser Mädel“ umschrieben wird, berichtet die Zeitung Sözcü.

Seine Ernennung könnte die Vorphase zur Einführung des Präsidial-Systems einleiten, das der türkische Staatschef unbedingt umsetzen möchte. Özkök vergleicht den Rücktritt Davutoğlus mit einem „Putsch“.

Ein weiterer Kandidat für das Amt des Premierministers ist der Verkehrsminister Binali Yıldırım, der als enger Vertrauter des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdoğan gilt, berichtet Haber 3. Während Erdoğans Schwiegersohn Berat Albayrak, der auch Energieminister ist, kurz nach dem Rücktritt Davutoğlus als dessen Nachfolger gehandelt wurde, wird dieser von den türkischen Medien nicht mehr als potenzieller Premierminister gehandelt. Möglicherweise ist es Erdogan doch zu riskant, ein direktes Familienmitglied mit der Leitung der Regierung zu beauftragen. Die Familie Erdogan ist eng mit der türkischen Energie-Branche verwoben. 

Davutoğlu hatte zuvor gesagt, dass er auch weiterhin der Regierungspartei dienen werde und keine Revanche-Gedanken gegen den türkischen Staatschef habe. Davutoğlu  wörtlich: „Ich sage unseren Mitgliedern, bis heute habe ich Euch angeführt (…) Von jetzt an bin ich einer von Euch (…) Ich werde meine Arbeit als Abgeordneter fortsetzen. Ich scheide nicht mit Groll aus dem Amt. Ich werde kein schlechtes Wort über Erdoğan verlieren, dessen Freundschaft ich über alles schätze.“

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