Deutsche Behörde warnt vor Hacker-Angriffen auf Autos und Flugzeuge

Das Bundesamt für IT-Sicherheit warnt vor zunehmender Sicherheitsgefährdung durch Hackerangriffe. Flugzeuge und Autos könnten demnach leichter manipuliert werden als Atomkraftwerke. Gleichzeitig häufen sich die Cyber-Angriffe auf deutsche Industriebetriebe und verursachen durch Datendiebstahl oder Sabotage jährlich Schäden von 22,4 Milliarden Euro.

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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat vor Hackerangriffen auf Autos oder Flugzeuge gewarnt. „In den USA sind bereits Autos gehackt worden.“ Es sei nur noch ein kleiner Schritt, bis jemand versuche, Bremsen zu manipulieren. „Schwere Unfälle und Todesfälle wären dann möglich“, so der neue BSI-Präsident Arne Schönbohm der Welt. Damit nimmt die Behörde die Warnung der Pilotenvereinigung Cockpit auf: Diese sorgt sich ebenfalls um die IT-Sicherheit von Flugzeugen. Hacker könnten sich demnach zu leicht Zugriff auf die Bordcomputer verschaffen.

Schönbohm appellierte, die Gefahren durch den technischen Fortschritt ernst zu nehmen: „Wir dürfen nicht nur über Digitalisierung reden, sondern brauchen gleichzeitig auch ein Mindestmaß an Cybersicherheit“, sagte der BSI-Chef. Es gebe das Szenario, bei dem es in Europa nach einem Stromausfall dunkel werde. „Dass sich Hacker Zugang zu Atomreaktoren verschaffen und die zum Explodieren bringen, halte ich allerdings für Quatsch“, so Schönbohm noch am Wochenende.

Direkt nach der Warnung wurde jedoch bekannt, dass im bayerischen Atomkraftwerk Gundremmingen ist ein Computervirus entdeckt worden ist. Das Virus zielte darauf ab, ungewollte Verbindungen zum Internet herzustellen. Über den Urheber des Virus liegen noch keine Erkenntnisse vor. Insgesamt stellen nach Angaben des BSI-Präsidenten allerdings Smartphones das größte Sicherheitsrisiko dar. „96 Prozent aller Schadsoftware werden in das weit verbreitete Android-Betriebssystem eingeschleust mit dem Ziel, Daten zu stehlen und den Besitzer damit zu erpressen“, sagte Schönbohm.

Doch Hacker gefährden nicht nur die innere Sicherheit, sie richten auch großen finanziellen Schaden an: Jüngst wurde ein Angriff auf das globale Finanz-System Swift bekannt, der verheerende finanzielle Folgen haben könnte. Aktuell nehmen Cyber-Angriffe in der Wirtschaft stark zu: Die meisten deutschen Industriebetriebe sehen sich als Opfer von Datendiebstahl, Wirtschaftsspionage oder Sabotage. 69 Prozent seien in den vergangenen zwei Jahren von solchen Delikten betroffen gewesen, geht aus einer aktuellen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom unter 504 Unternehmen hervor. Bitkom-Berechnungen zufolge summiert sich der dadurch entstandene Schaden auf 22,4 Milliarden Euro pro Jahr – etwa durch Umsatzverluste durch Plagiate, Patentrechtsverletzungen, den Verlust von Wettbewerbsvorteilen sowie Kosten für Rechtsstreitigkeiten.

„Die deutsche Industrie mit ihren zahlreichen Hidden Champions ist ein attraktives Angriffsziel von Cyberkriminellen und ausländischen Nachrichtendiensten“, sagte Bitkom-Präsidiumsmitglied Winfried Holz zum Start der Hannover Messe. Die Täter sind demnach in den meisten Fällen die eigenen Mitarbeiter. „Innentäter sind das größte Sicherheitsrisiko in der Wirtschaft“, sagte Holz. Die Unternehmen sollten daher eine Sicherheitskultur etablieren, die das Bewusstsein für den Schutz des Betriebes schärfe. Bitkom rät zur Verschlüsselung – von Netzwerkverbindungen, Datenträgern und bis hin zur elektronische Kommunikation per E-Mail.

Zu den meisten kriminellen Vorfälle kommt es in der Produktion und Fertigung. Die Angriffe richten sich häufig aber auch auf die Bereiche Lager und Logistik, die IT sowie auf Forschung und Entwicklung. „Mit der Digitalisierung der Produktion und der Vernetzung von Maschinen über das Internet entstehen neue Angriffsflächen“, sagte Holz. „Der Erfolg von Industrie 4.0 steht und fällt mit der Sicherheit der eingesetzten Systeme.“ Eine Basisabsicherung mit Virenscanner, Firewall und Passwort-Schutz für Geräte reiche längst nicht mehr. Zusätzlichen Schutz böten spezielle Systeme für die Erkennung und Abwehr von Angriffen, die Verschlüsselung sensibler Daten und erweiterte Verfahren der Benutzeridentifikation – wie eine Zwei-Faktor-Authentifizierung oder biometrische Merkmale wie Fingerabdruckscanner.

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