Italien: Schwere Ausschreitungen bei Demo am Brenner-Pass

Auf der italienischen Seite des Brenner-Passes haben sich am Samstagnachmittag mehrere hundert Demonstranten Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Sie wollten die Grenze zu Österreich überqueren, wurden jedoch von der Polizei an den Vorhaben gehindert.

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Die jugendlichen Anarchisten forderten eine „Abschaffung der Grenzen“ und versuchten auf die österreichische Seite der Grenze zu gelangen, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. Am Grenzübertritt wurden sie von der Polizei gehindert.

Zeitweise besetzten die jungen Demonstranten die Bahnstation am Brennerpass. Sie warfen Steine und Rauchbomben in Richtung der Polizisten, von denen nach Informationen der Agentur AGI zwei verletzt wurden. Ein Polizeiwagen wurde in Brand gesetzt, mehrere Demonstranten wurden festgenommen.

Die österreichische Regierung hatte Ende April mitgeteilt, dass sie die Schließung des Brenner-Passes vorbereite, um in einer „Extremsituation“ nicht von Flüchtlingen „überrannt“ zu werden. Innenminister Wolfgang Sobotka sagte, Österreich werde „die Vorrichtungen für einen Zaun errichten“, den Zaun aber nicht „einhängen“. So solle „kein Bild des Abschottens“ entstehen. Den Brenner passieren täglich 2500 Lastwagen und 15.000 Autos. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker warnte Österreich am Samstag davor, durch eine Schließung des Brenner-Passes schweren Schaden für ganz Europa anzurichten.

Im vergangenen Jahr zogen hunderttausende Flüchtlinge vom Balkan durch Österreich, die meisten von ihnen nach Deutschland. Rund 90.000 Flüchtlinge stellten in Österreich Asylanträge. Die Regierung in Wien hat für 2016 eine Obergrenze von 37.500 möglichen Asylanträgen festgelegt, rund die Hälfte davon ist ausgeschöpft.

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