Kein Vertrauen in US-Wirtschaft: Investoren ziehen Gelder aus Aktien-Fonds ab

In der Woche zum 4. Mai wurden fast 17 Milliarden Dollar aus amerikanischen Aktienfonds abgezogen – so viel wie seit September 2015 nicht mehr. Darin spiegelt sich ein wachsendes Misstrauen der Investoren gegenüber der wirtschaftlichen Stabilität in Amerika wider. Dazu passt auch, dass Goldfonds erneut mehr Gelder anziehen konnten.

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Der Dow Jones in der Jahressicht. Viele Beobachter erwarten inzwischen eine deutliche Korrektur. (Grafik: ariva.de)

Der Dow Jones in der Jahressicht. Viele Beobachter erwarten inzwischen eine deutliche Korrektur. (Grafik: ariva.de)

In der Woche zum 4. Mai zogen Investoren hohe Summen aus amerikanischen Aktienfonds ab, wie der Finanzblog Zerohedge berichtet. Etwa 16,9 Milliarden Dollar sollen der Analysefirma EPFR zufolge abgeflossen sein – zuletzt wurden im September 2015 höhere Verluste verzeichnet. In der Vorwoche konnten die untersuchten Fonds noch Netto-Zuflüsse von rund 1,3 Milliarden Dollar anziehen.

Erst kürzlich hatte der bekannte Investor Stanley Druckenmiller den Teilnehmern einer Anlegerkonferenz in New York geraten, aus Aktien auszusteigen und Gold zu kaufen, wie goldcore.com in Bezug auf Bloomberg berichtet. Druckenmiller zufolge habe sich der Bullenmarkt an den US-Börsen „erschöpft“:

„Ich gehe davon aus, dass das Pendel nun wieder auf die andere Seite schwingt; höhere Bewertungen, drei weitere Jahre unproduktiver Geschäftstätigkeit, Grenzen für weitere geldpolitische Lockerungen und exzessive Schuldenaufnahme sind Anzeichen dafür, dass sich der Bullenmarkt erschöpft.“

Druckenmiller empfiehlt im gegenwärtigen Marktumfeld nicht zuletzt aufgrund der „absurden Idee von Negativzinsen“ Investitionen in Gold. „Einige sehen es als Metall an, wir sehen Gold als Währung an und es bleibt unser größter Währungsposten“, sagte der Investor. Edelmetallfonds konnten in der Woche zum 4. Mai rund 1,7 Milliarden Dollar anziehen – in 16 der vergangenen 17 Wochen kam es zu Netto-Zuflüssen.

Offensichtlich sind mittlerweile viele Investoren zu der Überzeugung gelangt, dass die amerikanische Konjunktur – und damit das Geschäftsumfeld für börsengelistete Firmen – weit weniger stabil ist, als öffentlich kommuniziert. Folglich positionierten viele Anleger ihre Gelder in weniger schwankungsanfällige Anlagekategorien um.

Zu dieser Einschätzung passt, dass im Bereich der Unternehmensanleihen ein Schwenk weg von rentablen aber riskanten Papieren hin zu risikoarmen Unternehmensanleihen mit „Investment Grade“-Status beobachtet wurde. Die Zuflüsse in Investment Grade-Anleihen waren Zerohedge zufolge die höchsten in den vergangenen 13 Monaten, während die Abflüsse aus riskanten High Yield-Bonds ein 3-Monats-Hoch erreichten.

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