Bilfinger baut weitere Arbeitsplätze ab

Der kriselnde Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger streicht weitere Stellen. Durch ein Straffen der Verwaltung und neue IT-Systeme sollten die Personal- und Sachkosten mittelfristig um jährlich etwa 100 Millionen Euro gesenkt werden.

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In der Konzernzentrale in Mannheim werden Bilfinger zufolge Arbeitsplätze abgebaut. Eine Zahl nannte Bilfinger dazu nicht. Die Entscheidung über einen Verkauf des Bau- und Immobiliengeschäfts soll erst in zwei bis drei Wochen fallen – ursprünglich sollte bis zur Hauptversammlung am Mittwoch Klarheit herrschen.

Für den jetzt angekündigten Umbau seien Einmalaufwendungen im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich geplant, erklärte Bilfinger. Die Kostensenkungen sollen ab dem kommenden Jahr wirksam werden. Das Sparprogramm wurde an der Börse positiv aufgenommen. „Wenn die Kosten mittelfristig wirklich um 100 Millionen Euro gesenkt werden können, werden die Einmal-Kosten als sehr gute Investition gewertet“, sagte ein Händler.

Der Konzern aus Nordbaden steckt seit rund zwei Jahren in der Krise. Im vergangenen Jahr hatte Bilfinger wegen des Einbruchs im Kraftwerksgeschäft einen Rekordverlust von knapp einer halben Milliarde Euro ausgewiesen. Die verlustreiche Kraftwerkssparte „Power“ steht schon länger zum Verkauf. Die Zahl der Mitarbeiter sank durch den Abbau von rund 2000 Stellen und das Herausrechnen des Kraftwerksgeschäfts bereits um 15.000 auf rund 56.000.

Mit dem Verkauf des Bau- und Immobiliengeschäfts würde sich Bilfinger halbieren und die Wurzeln zu seiner mehr als 130 Jahre alten Tradition als Baukonzern endgültig kappen. Eigentlich sollte die Sparte neben den Industriediensten als Kerngeschäft bleiben. Doch zu Jahresbeginn hatte Bilfinger eine ergebnisoffene Prüfung eines Verkaufs angekündigt, da es Kaufangebote gegeben habe. Der Prüfprozess sei in einem fortgeschrittenen Stadium, hieß es dazu jetzt. Gespräche mit Bietern würden mit größter Sorgfalt fortgeführt. Die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat sträuben sich gegen einen Verkauf. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, ist die Mehrheit des Aufsichtsrats gegen den vom schwedischen Großaktionär Cevian bevorzugten Verkaufsplan. „Die Chancen für den Verbleib stehen 50:50“, sagte ein Bilfinger-Vertreter der Zeitung.

Vor kurzem erst hatte Vorstandschef Per Utnegaard nach nur elf Monaten das Unternehmen verlassen. Sein Nachfolger Thomas Blades – seit dem Abgang des früheren hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch vor knapp zwei Jahren der Vierte in diesem Amt – kommt im dritten Quartal.

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