Sigmar Gabriel leitet geordneten Rückzug von der SPD-Spitze ein

Sigmar Gabriel leitet offenbar seinen geordneten Rückzug von der SPD-Spitze ein: Er klebe nicht an seinem Sessel und wünsche sich eine Kampfabstimmung um den Vorsitz. Solche Worte werden im politischen Jargon verwendet, wenn jemand seiner Demontage zuvor kommen will. Offenbar ist Gabriel das Schicksal des SPÖ-Chefs Faymann en warnendes Beispiel.

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SPD-Chef Sigmar Gabriel will einen offenen Konkurrenzkampf um die Kanzlerkandidatur seiner Partei. „Es wäre hervorragend, wenn es im nächsten Jahr zwei oder drei Leute aus der Führungsspitze der SPD gäbe, die sagen: Ich traue mir das zu“, sagte der intern unter Druck geratene Vizekanzler und Wirtschaftsminister dem „Spiegel“ vom Samstag. Bei mehreren Anwärtern werde es vor der nächsten Bundestagswahl einen Mitgliederentscheid geben.

Gabriel sagte dem Nachrichtenmagazin, er klebe nicht an seinem Stuhl als Parteichef: „Wer sich selbst für unersetzbar hält oder – was noch schlimmer wäre – sein eigenes Selbstwertgefühl nur aus einem Amt bezieht, ist eigentlich schon deshalb nicht geeignet.“

Angesichts schlechter Umfragewerte gestand er auch Fehler ein. So sei es der SPD in der Flüchtlingskrise nicht gelungen, „einen rationaleren Ton in die öffentliche und parteiinterne Debatte zu bekommen“. Angesichts von Umfragen, die die SPD bei rund 20 Prozent sehen, sei es für seine Partei aus heutiger Perspektive „schwierig, den Kanzler zu stellen“.

Angela Merkel hatte über ihre engsten Vertrauten am Samstag das Ende der großen Koalition angekündigt. Die CDU will nach der nächsten Wahl ein Bündnis mit den Grünen eingehen.

Am vergangenen Wochenende hatte „Focus“-Herausgeber Helmut Markwort in einer Talkrunde gesagt, Gabriel wolle zurücktreten. Dies war von der Partei als Unsinn zurückgewiesen worden.

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