Stuttgart steigt ab, Bremen gerettet, Frankfurt in Relegation

Der VfB Stuttgart muss in die zweite Bundesliga, Werder Bremen rettet sich Minuten vor Schluss - und schickt Eintracht Frankfurt in die Relegation.

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Nach 41 Jahren ununterbrochen in der Bundesliga steigt der VfB Stuttgart nach einer 1:3 Niederlage in Wolfsburg in die Zweite Liga ab. Werder gewann 1:0 gegen Frankfurt. Eintracht Frankfurt muss in die Relegation gegen den Zweitliga-Dritten 1. FC Nürnberg. Ein spätes Tor von Papy Djilobodji zwei Minuten vor Schluss brachte den Bremern am letzten Spieltag einen umjubelten 1:0 (0:0)-Sieg.

Der VfB Stuttgart muss zum zweiten Mal nach 1975 aus der Fußball-Bundesliga absteigen. Beim 1:3 (0:2) am letzten Spieltag der Saison ergab sich der schwäbische Traditionsclub nahezu kampf- und leidenschaftslos in seine 19. Saisonniederlage. So oft hatte der VfB, der als Vorletzter in die Zweite Liga muss, zuvor noch nie in einer Spielzeit verloren. Maximilian Arnold (11. Minute) und André Schürrle (29./90.+2) besiegelten mit ihren Toren für Wolfsburg die sechste Pleite in Serie für das Team von Trainer Jürgen Kramny, der vor einer ungewissen Zukunft bei den Schwaben steht. Der zukünftige Wolfsburger Daniel Didavi traf per Freistoß (78.) zum Ehrentreffer der Schwaben.

In Stuttgart dürften nun sowohl Trainer Kramny als auch der glücklose Manager Robin Dutt um ihre Jobs zittern. Schon zur Halbzeit pfiffen die mehreren tausend mitgereisten Stuttgarter Anhänger ihr Team lautstark aus. Die Unterstützung hatten die enttäuschten Fans bereits während der ersten Halbzeit aufgegeben. Schon nach dem 1:3 am 33. Spieltag gegen Mainz waren die erbosten VfB-Anhänger auf den Platz gestürmt und hatten für Tumulte gesorgt. Diesmal beließen sie es bei Transparenten, die sie zu Beginn der zweiten Hälfte ausrollten und damit die Clubführung angriffen. «Keine Ahnung, keine Planung, kein Konzept. Vorstand raus» stand auf eine

Mainz spielte 0:0 gegen Hertha und schaffte es wie dDutt hatte bereits vor dem Spiel beim Pay-TV-Sender Sky eingeräumt, «dass auch meine Person hinterfragt werden muss. Ich muss erklären, was ich dazu beigetragen habe, dass wir heute so dastehen».er FC Schalke in die Europa-League. Hertha BSC muss in die mühsame Qualifikation für die Europa-League.

Trainer André Breitenreiter ist bei seinem Abschiedsspiel mit dem FC Schalke 04 direkt in die Europa League eingezogen. Mit einem 4:1 (2:1)-Sieg bei 1899 Hoffenheim sicherten sich die «Königsblauen am letzten Spieltag den fünften Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga. Unmittelbar vor dem Anpfiff am Samstag hatte Breitenreiter erklärt, dass nach der Begegnung Schluss sei für ihn auf Schalke. Als wahrscheinlicher Nachfolger für den 42-Jährigen gilt seit Monaten Markus Weinzierl vom FC Augsburg.

Der deutsche Meister Bayern München kam zum Saisonfinale zu einem 3:1 gegen Hannover 96. Der Tabellenzweite Borussia Dortmund trennte sich vom 1. FC Köln mit 2:2.

Robert Lewandowski wurde mit 30 Treffern Torschützenkönig.

Die Spiele:

VfL Wolfsburg – VfB Stuttgart 3:1 (2:0)

Lange Zeit war den Stuttgartern die Brisanz der Lage nicht anzumerken. Nach einem leidenschaftslosen Auftritt lag das Team von Trainer Jürgen Kramny durch die Gegentreffer von Maximilian Arnold (11.) und André Schürrle (29.) hinten. Erst nach dem Freistoßtor des zukünftigen Wolfsburgers Daniel Didavi (78.) kam noch einmal kurz Hoffnung für die Schwaben auf. Der zweite Abstieg der Vereinsgeschichte war jedoch spätestens durch den Bremer Siegtreffer gegen Frankfurt und das 3:1 von Wolfsburgs Schürrle in der Nachspielzeit nicht mehr zu verhindern.

Werder Bremen – Eintracht Frankfurt 1:0 (0:0)

Papy Djilobodji ist der gefeierte Held von Werder Bremen. In der 88. Minute stocherte der senegalesische Verteidiger den Ball über die Linie und sicherte den Hanseaten als Tabellen-13. den Klassenverbleib. Die Eintracht muss nach dem ernüchternden Saisonfinale als Tabellen-16. in die Relegation und spielt am 19. und 23. Mai gegen den Zweitliga-Dritten 1. FC Nürnberg.

FC Bayern München – Hannover 96 3:1 (2:0)

Beim letzten Auftritt von Trainer Pep Guardiola vor heimischem Publikum schossen sich die Bayern schon einmal für das Pokalfinale gegen Borussia Dortmund in einer Woche warm. Lewandowski traf aus zwölf Metern (12.) und knackte damit als erster Bundesliga-Profi seit Dieter Müller vor 39 Jahren die Marke von 30 Saisontoren. Bevor die Münchner die Schale zum historischen vierten Mal hintereinander erhielten, erzielte Mario Götze (28./54.) seinen ersten Doppelpack für die Bayern seit 15 Monaten. Artur Sobiech (66.) markierte nur noch den Ehrentreffer für den Absteiger.

SV Darmstadt 98 – Borussia Mönchengladbach 0:2 (0:1)

Erstmals seit mehr als einem halben Jahr feierte Gladbach wieder einen Auswärtssieg und beseitigte auch die letzten Zweifel am vierten Platz und dem Sprung in die Champions-League-Playoffs. Thorgan Hazard (31. Minute) und André Hahn (63.) erzielten die Treffer für die Gäste. Dem Aufsteiger tat die Niederlage nicht mehr weh, die Hessen hatten vor dem letzten Spieltag den Klassenverbleib perfekt gemacht.

FSV Mainz 05 – Hertha BSC 0:0

Zum Abschied von Manager Christian Heidel erreichten die Mainzer erstmals direkt die Gruppenphase der Europa League. Bei den lange besseren Herthanern musste Niklas Stark in der 88. Minute mit Gelb-Rot vom Platz, nach dem Absturz der vergangenen Wochen muss der Hauptstadtclub schon Ende Juli wieder in der Europa-League-Qualifikation ran.

1899 Hoffenheim – FC Schalke 1:4 (1:2)

Schon vor der Partie verkündete Breitenreiter seinen baldigen Abgang. Der neue Schalke-Manager Christian Heidel habe ihm «sehr offen und direkt» die Entscheidung zur Trennung nach der Saison mitgeteilt. Augsburgs Markus Weinzierl bleibt heißer Kandidat für die Nachfolge. Dem neuen Trainer bleibt zumindest die Qualifikationsrunde zur Europa League erspart, als Fünfter startet Schalke kommende Saison in der Gruppenphase. Klaas-Jan Huntelaar (7.), Joel Matip (15.), Leroy Sané (56.) und Fabian Schär (89./Eigentor) trafen für die Gäste, Hoffenheims Mark Uth (41.) erzielte nur noch den Anschluss.
Borussia Dortmund – 1. FC Köln 2:2 (1:2)

Der Tabellenzweite aus Dortmund verpasste eine gelungene Generalprobe fürs Pokalfinale gegen den FC Bayern. Nach der Führung durch Gonzalo Castro (11.) trafen Anthony Modeste (27.) und Milos Jojic (44.) für die Kölner. Marco Reus (75.) schaffte zumindest noch den Dortmunder Ausgleich. Als Neunter beendeten die Kölner erstmals seit 1992 die Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz.

FC Augsburg – Hamburger SV 1:3 (1:1)

Im womöglich letzten Spiel von Weinzierl als FCA-Trainer verabschiedeten die Augsburger den Coach mit einer Niederlage. Durch das 1:3 fielen die Schwaben im Mittelfeld der Tabelle noch hinter Hamburg zurück. Nach der Augsburger Führung durch Alfred Finnbogason (11. Minute) drehten Michael Gregoritsch (36./75.) und Nicolai Müller (62.) die Partie.

Bayer 04 Leverkusen – FC Ingolstadt 3:2 (2:1)

Trotz eines ordentlichen Auftritts konnten die Ingolstädter ihrem Trainer Ralph Hasenhüttl vor dem Wechsel zu RB Leipzig kein erfolgreiches Ende seiner Amtszeit bescheren. Matthew Leckie (16.) brachte den Aufsteiger zwar in Führung, Charles Aranguiz (31.), Kevin Kampl (37.) und Stefan Kießling (62.) sicherten dem Champions-League-Starter aus Leverkusen aber den vierten Heimsieg in Serie. Moritz Hartmann (69.) erzielte per Foulelfmeter nur noch den Ingolstädter Anschluss.

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