Moody’s stuft Kreditwürdigkeit Saudi-Arabiens herunter

Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit Saudi-Arabiens zum ersten Mal seit dem Beginn der Begutachtung des Landes heruntergestuft. Moody’s zufolge habe sich die finanzielle Situation des Königreichs weiter verschlechtert und mache es deswegen anfälliger für externe Schocks.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Die amerikanische Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit Saudi-Arabiens um eine Stufe von Aa3 zu A1 herabgestuft. Zuvor hatten auch die Wettbewerber Standard & Poor’s und Fitch ihre Bewertung nach unten angepasst. Es ist das erste Mal, dass Moody’s Saudi-Arabien herabgestuft hat, seit es das Land bewertet, wie Financial Times schreibt.

„Eine Kombination aus geringerem Wachstum, höheren Schulden und geringeren Finanzpuffern macht das Königreich anfälliger für zukünftige Schocks“, schreibt die Ratingagentur.

Moody‘s geht davon aus, dass das reale saudische Bruttoinlandsprodukt in den kommenden fünf Jahren etwa zwei Prozent betragen werde. Diese Prognose liegt deutlich unter dem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von etwa fünf Prozent, das zwischen 2011 und 2015 verzeichnet wurde. Der Hauptgrund für den Rückgang liegt in den gesunkenen Weltmarktpreisen für Erdöl. Das Haushaltsdefizit werde mit etwa 15 Prozent so hoch wie im vergangenen Jahr ausfallen.

Die vom aufstrebenden Prinzen Mohammed bin Salman verkündete „Vision 2030“ – ein Reformprogramm, welches das Land weniger abhängig vom Erdöl machen und die Wirtschaft diversifizieren soll – wird von der Ratingagentur noch vorsichtig bewertet. Dieses könne dazu beitragen, das Rating künftig wieder anzuheben. Für eine Einschätzung sei es aber noch zu früh, weil das Reformpaket bisher über den Stand der Planung nicht hinausgekommen ist.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick