Niedriger Ölpreis: Vor Singapur stauen sich volle Super-Tanker

Vor Singapur und Malaysia stauen sich über 40 voll beladene Supertanker – ein Zeichen dafür, dass der Preisdruck bestehen bleibt. Mit der Lagerung auf See machen die Händler Verluste. Und doch suchen sie nach neuen Speichermöglichkeiten.

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Eine Flotte von rund 40 voll beladenen Öltankern wartet vor der Küste von Singapur und Malaysia auf die Löschung ihrer Ladungen, wie Reuters berichtet. Insgesamt haben die Tanker nach Angaben von Thomson Reuters Eikon knapp 48 Millionen Barrel (159 Liter) Rohöl und Ölderivate geladen – rund 10 Prozent mehr als vergangene Woche. Der Anstieg der Lagerhaltung deutet mittelfristig auf erneute Preisnachlässe für Erdöl hin, da der Hafen von Singapur das Zentrum des physischen Ölhandels in der Region Asien-Pazifik darstellt.

Vor diesem Hintergrund erscheint eine kürzlich von Goldman Sachs veröffentlichte Prognose, wonach die Preise für Erdöl nachhaltig steigen werden, zunehmend zweifelhaft. Goldman rechnet damit, dass das globale Überangebot schnell zurückgehen und damit den Weg für eine nachhaltige Erholung bereiten werde. Marktbeobachter beurteilen diese These zurückhaltend.

„Ich komme seit 15 Jahren einmal im Jahr nach Singapur und ich habe die See noch nie so voll mit Tankern gesehen wie jetzt“, wird ein europäischer Ölmanager von Reuters zitiert. „Der Umfang an Öl, welcher in Südostasien – vornehmlich bei Singapur und Malaysia – auf See gelagert wird, scheint beträchtlich angestiegen zu sein. Die gegenwärtigen Bestände sind die höchsten der letzten fünf Jahre“, sagte der Manager einer New Yorker Beratungsgesellschaft.

Ein untrügliches Zeichen dafür, dass das globale Überangebot weiterhin besteht und eine signifikante Erholung der Preise blockiert, ist die Tatsache, dass Unternehmen Öl speichern, obwohl dies derzeit zu Verlusten führt. Banken registrieren demzufolge vermehrt Anfragen von Händler, neue Lagerkapazitäten zu finanzieren.

„Diese Anfragen kommen von Händlern, die sich vollständig darüber im Klaren sind, dass sie keinen Profit mit der Lagerung erzielen werden. Es geht der Ölindustrie hierbei nicht um Handel, sondern um Speicherkapazitäten, in denen sie unverkäufliches Öl lagern können“, sagte ein Manager einer großen asiatischen Bank. Offenbar seien die Lager auf dem asiatischen Festland derzeit randvoll.

Die Speicherung von Öl kann profitabel sein, wenn an den Terminmärkten weit höhere Preise als an den aktuellen Spotmärkten erzielt werden. Händler kaufen dann Öl günstiger ein, als sie es zu einem zukünftigen Zeitpunkt verkaufen – ein Effekt, der als Contango bezeichnet wird. Der Einjahres-Contango für Öl der Sorte Brent ist jedoch seit Januar von 7,60 Dollar auf derzeit 4 Dollar gesunken. Erst ab 10 Dollar, so Reuters, lohne sich überhaupt die Lagerung auf See.

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